Mit­ar­bei­ter­kom­pe­tenz als Er­folgs­fak­tor der Ver­si­che­rungs­bran­che

Kontext04. April 2022

Eine hohe Fach- und Handlungskompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trägt entscheidend zur Reputation der Versicherungsbranche bei. Ein gesamtschweizerisches Aus- und Weiterbildungssystem für alle Altersgruppen steigert die Attraktivität der Versicherungen als Arbeitgeber.

Die Versicherungswirtschaft bekennt sich zur dualen Berufsbildung und rekrutiert ihre Nachwuchskräfte selbst. Ein umfassendes und durchlässiges Aus- und Weiterbildungssystem ermöglicht auch einen Quereinstieg und hilft den Mitarbeitenden, bis zur Pensionierung Erfüllung in der Branche zu finden.
 

Berufliche Förderung aller Generationen

Als engagierte Bildungsbranche bildet die Versicherungswirtschaft ihre künftigen Fachkräfte selbst aus. Mit knapp 2’000 Lehrverhältnissen leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Förderung der nächsten Generationen. Mit der multimedialen Plattform «startsmart.ch» werden junge Schulabgängerinnen und -abgänger in die Welt der Versicherungen eingeführt. Der Berufsbildungsverband der Versicherungswirtschaft VBV übernimmt zusammen mit Bund und Kantonen als Organisation der Arbeitswelt die Verantwortung für den Versicherungsbereich.

Versicherungsgesellschaften sind Hightech-Unternehmen im Dienstleistungssektor. Entsprechend anspruchsvoll sind die Anforderungen an die Fachkräfte und deren Aus- und Weiterbildung. Durch die Digitalisierung entwickeln sich die Anforderungen an die Berufskompetenzen laufend weiter. Es entstehen neue Berufsprofile, die nach neuen Qualifikationen verlangen. Der SVV engagiert sich deshalb für eine zukunftsbezogene Qualifikationsentwicklung und arbeitet eng mit Forschung, Bildungsanbietern und den Mitgliedgesellschaften zusammen. Mit der Studie «Skills der Zukunft» hat der SVV zusammen mit seinen Mitgliedgesellschaften eruiert, welche Kompetenzen die Mitarbeitenden in der Assekuranz in Zukunft benötigen, um die Arbeitsanforderungen weiterhin zu erfüllen.

Die Pensionierung geburtenstarker Jahrgänge, wie auch der Wunsch nach besserer Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, verschärfen den Fachkräftemangel. Die Versicherungswirtschaft setzt sich deshalb für ein zukunftsgerichtetes Generationenmanagement ein und unterstützt Initiativen wie «Focus 50 Plus», welche insbesondere die Arbeitsmarktfähigkeit von älteren Mitarbeitenden fördern.
 

Weiterentwicklung des «Systems Cicero»

Seit 2015 führt die Schweizer Versicherungswirtschaft das Branchenregister Cicero. Cicero steht für «Certified Insurance Competence». Cicero ist das Gütesiegel für Beraterinnen und Berater, die ihre Kompetenzen kontinuierlich weiterentwickeln. Damit trägt Cicero dazu bei, die Qualität in der Versicherungsberatung zu steigern. Versicherungsvermittler sind oft Quereinsteiger und brauchen eine umfassende Ausbildung für ihre neue Berufsqualifikation. Cicero-Member müssen die Prüfung zur «Versicherungsvermittlerin VBV» und zum «Versicherungsvermittler VBV» (oder eine gleichwertige Versicherungsqualifikation) erfolgreich abgeschlossen haben und sich regelmässig weiterbilden. Die einzelnen Versicherungsgesellschaften und überbetriebliche Bildungsanbieter stellen sicher, dass ein umfassendes und aktuelles Bildungsangebot in den relevanten Themen vorhanden ist.

Mit Blick auf die Teilrevision des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) hat Cicero massgeblich dazu beigetragen, dass der Gesetzgeber der Branche auch in Zukunft Verantwortung delegierten möchte. Explizit möchte er die Definition der Mindeststandards für die Aus- und Weiterbildung prinzipiell der Branche überlassen. Zudem können operative Teile der Umsetzung an die Branchenorganisationen delegiert werden. Auf Basis der gemachten Erfahrungen sowie des künftigen Vollzugskonzepts der Finma wird das System Cicero in den kommenden Monaten weiterentwickelt.