Die Fol­gen der Ver­net­zung von Mensch und Ma­schi­ne in der Ar­beits­welt

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Das Tempo der Digitalisierung nimmt rasant zu. Dadurch ändern sich Ansprüche, Inhalte und Strukturen im Arbeitsumfeld. Claudia Giorgetti del Monte, Leiterin Organisations- und Kulturentwicklung der Mobiliar, äussert sich dazu im Interview.

Was sind die Erwartungen seitens Mitarbeiter an CEO, CDO und HR?

Die Digitalisierung verändert in einem unglaublichen Tempo unser Privat- und Arbeitsleben – und das Tempo nimmt weiter zu. Auch die Ansprüche der Mitarbeitenden an den Arbeitgeber verändern sich, ebenso die Inhalte und Struktur der Arbeit. Es braucht eine aktive Auseinandersetzung darüber, wie man sich als Unternehmen in Richtung digitale Wirtschaft und in den globalen Netzwerken aufstellt. 

Die Weiterentwicklung der Arbeits- und Führungsstruktur sowie das Werteverständnis nehmen dabei zentrale Rollen ein. Der Arbeitgeber sollte aufzuzeigen, wie sich Tätigkeiten verändern, wie die Mitarbeitenden in diesem permanenten Veränderungsprozess begleitet werden und welche Entwicklungsmöglichkeiten diese Neuerungen mit sich bringen. Die Mitarbeiter ihrerseits müssen bereit sein, den Weg der Transformation mitzugehen. Das heisst, eine offene Haltung gegenüber Veränderungen einzunehmen, ihre Fähigkeiten einzubringen und sich laufend weiterzuentwickeln und so fit für die berufliche Zukunft zu bleiben.

Welche Spielregeln sind in einer digitalisierten Arbeitswelt notwendig?

Die intelligente Vernetzung von Mensch und Maschine entwickelt sich rasant. Auch die Formen der Arbeitsorganisation entwickeln sich konstant weiter. Daraus entstehen neue Regelwerke, die heute noch nicht abschliessend bekannt sind.

Doch der Mensch bleibt Mensch, er braucht Halt und Orientierung. In der digitalisierten Arbeitswelt braucht es ein klares gemeinsames Verständnis der Zusammenarbeit. Führung wird es immer brauchen, allerdings in veränderter Form. Das Führungsverständnis von morgen gilt es zu entwickeln.

Welche Fachkompetenzen und Soft Skills zeichnen eine erfolgreiche Führungskraft in einer digitalen Arbeitswelt aus?

Die wichtigste Kompetenz wird die Veränderungsbereitschaft sein. Flexibilität, Neugierde und Offenheit für Veränderungen sind die Kernelemente. Für Führungskräfte gilt die Devise: Kommunikationsfähigkeit, Menschlichkeit und natürliche Autorität statt Macht ausüben und «regieren». Ergänzt mit der richtigen Portion Leidenschaft für das, was man tut.