49’900 Per­so­nen ar­bei­ten für Pri­vat­ver­si­che­run­gen in der Schweiz

Kontext13. Mai 2022

In der Schweiz arbeiten rund 49’900 Personen für Privatversicherer. Die Aus- und Weiterbildung hat einen grossen Stellenwert. Aktuell werden rund 2100 Personen ausgebildet.

Versicherer erkennen, beurteilen und analysieren Risiken zu Wahrscheinlichkeit, Häufigkeit und Tragweite möglicher Schäden. Zudem unterstützen sie die Versicherten bei der Prävention und der Bewältigung von Schadenereignissen. Dazu braucht es Expertise und Know-how. Kaum eine Branche vereint so viele Berufe unter einem Dach wie die Versicherungswirtschaft.

Neben Marketing- und Verkaufsspezialisten, Vorsorgeberaterinnen, Ökonomen, Mathematikern und Informatikern im Vertrieb und in der Administration arbeiten Wissenschafter, Ärzte, Baufachleute, Ingenieure, Geologinnen, Physiker, Chemikerinnen und viele mehr an der Beurteilung von Risiken und dem Umgang damit in ihrem jeweiligen Sachgebiet. Sie analysieren Schadenereignisse und
-szenarien, verfolgen und erforschen neueste und künftige Entwicklungen – und sie erarbeiten Präventionsmassnahmen. Das Wissen und die Arbeit dieser Expertinnen und Experten helfen der Gesellschaft und der Wirtschaft beim Erkennen von Chancen und Gefahren.

Bedeutender Arbeitgeber

Der Finanzsektor ist mit rund 220’000 Vollzeitstellen ein bedeutender Arbeitgeber, das sind 5,4 Prozent aller Arbeitsplätze in der Schweiz. Knapp zwei Drittel der 220’000 Vollzeitstellen stellen die Banken, gut ein Drittel ist im Versicherungsbereich (Privat- und Sozialversicherungen, Pensionskassen u. a.) tätig.

Das Marktumfeld und die Rahmenbedingungen verlangen und ermöglichen Effizienzsteigerungen. Dennoch ist die Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Versicherungsbranche in den vergangenen zehn Jahren in etwa gleich hoch geblieben, denn die Versicherungsunternehmen investieren intensiv in neue Technologien, Innovationen und Start-ups.

Wichtige Aus- und Weiterbildung

Kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für die Versicherungsunternehmen ein zentraler Erfolgs- und Wettbewerbsfaktor. Die Schweizer Versicherungswirtschaft unterstützt das bewährte duale Bildungssystem und ist auf allen Bildungsstufen präsent – ob im universitären Bereich, auf Stufe der Fachhochschulen und der höheren Berufsbildung oder in der beruflichen Grundausbildung. Die Bildungsangebote der Versicherer zeichnen sich durch eine hohe Durchlässigkeit in den Ausbildungswegen und maximalen Praxisbezug aus. Derzeit werden rund 2100 Jugendliche ausgebildet. Mit dem Branchenregister Cicero bekennt sich die Versicherungsbranche zudem zu Beratungsqualität und lebenslangem Lernen – über den eigenen Betrieb hinaus.

Moderne Arbeitswelten

Die Versicherungsbranche trägt den gesellschaftlichen und technologischen Veränderungen auch mit einem modernen Arbeitsumfeld Rechnung. Homeoffice, agile Projekte, Teilzeitarbeit oder familienfreundliche Arbeitsmodelle und -umgebungen sind nur einige Stichworte dazu. Der Anteil der Teilzeitbeschäftigten liegt bei knapp 25 Prozent. Die Anzahl der teilzeitbeschäftigten Frauen ist rund dreimal höher als die Anzahl der teilzeitbeschäftigten Männer. Von den gut 49’900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Schweiz sind 56 Prozent Männer und 45 Prozent Frauen. Der Anteil der Frauen in Kaderpositionen liegt bei fast 34 Prozent und auf Direktionsstufe bei 22 Prozent. Jeder vierte Mitarbeitende ist als Kundenberater tätig.

Strategie 2020–2024 | Arbeitgeberpolitik und Berufswelt

Die Bildungspolitik und eine liberale Arbeitsmarktpolitik bilden einen wichtigen Pfeiler der Wettbewerbsfähigkeit der Branche. Der SVV tritt allfälligen Tendenzen zu deren Einschränkung konsequent entgegen.

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