In der Schweiz ar­bei­ten rund 47‘000 Men­schen für Pri­vat­ver­si­che­run­gen

Kontext28. Mai 2021

In der Schweiz arbeiten rund 47’000 Personen für Privatversicherer. Die Aus- und Weiterbildung hat einen grossen Stellenwert. Aktuell werden rund 2’100 Personen ausgebildet.

Versicherer erkennen, beurteilen und analysieren Risiken zu Wahrscheinlichkeit, Häufigkeit und Tragweite möglicher Schäden. Zudem unterstützen sie die Versicherten bei der Prävention und der Bewältigung von Schadenereignissen. Dazu braucht es Expertise und Know-how. Kaum eine Branche vereint so viele Berufe unter einem Dach wie die Versicherer.

Neben Marketing- und Verkaufsspezialisten, Vorsorgeberatern, Ökonomen, Mathematikern und Informatikern im Vertrieb und in der Administration arbeiten Wissenschaftler, Ärzte, Baufachleute, Ingenieure, Geologen, Physiker, Chemiker und viele mehr an der Beurteilung von Risiken und dem Umgang damit in ihrem jeweiligen Sachgebiet. Sie analysieren Schadenereignisse und -szenarien, verfolgen und erforschen neuste und künftige Entwicklungen und sie erarbeiten Präventionsmassnahmen. Das Wissen und die Arbeit dieser Expertinnen und Experten helfen der Gesellschaft und der Wirtschaft beim Erkennen von Chancen und Gefahren.

Bedeutender Arbeitgeber

Der Finanzsektor ist mit rund 220’000 Vollzeitstellen ein bedeutender Arbeitgeber, das sind 5,4 Prozent aller Arbeitsplätze in der Schweiz. Knapp zwei Drittel der 220’000 Vollzeitstellen stellen die Banken, für gut ein Drittel ist der Versicherungsbereich (Privat- und Sozialversicherungen, Pensionskassen u. a.) verantwortlich.

Das Marktumfeld und die Rahmenbedingungen verlangen und ermöglichen Effizienzsteigerungen. Dennoch ist die Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Versicherungsbranche in den letzten zehn Jahren in etwa gleich hoch geblieben, denn die Versicherungsunternehmen investieren intensiv in die neuen Technologien, Innovationen und Start-ups.

Aus- und Weiterbildung sind zentral

Kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für die Versicherungsunternehmen ein zentraler Erfolgs- und Wettbewerbsfaktor. Die Schweizer Versicherungswirtschaft unterstützt das bewährte duale Bildungssystem und ist auf allen Bildungsstufen präsent – ob im universitären Bereich, auf Stufe der Fachhochschulen und der höheren Berufsbildung oder in der beruflichen Grundausbildung. Die Bildungsangebote der Versicherer zeichnen sich durch eine hohe Durchlässigkeit in den Ausbildungswegen und maximalen Praxisbezug aus. Derzeit bilden die Versicherer rund 2’000 Lernende aus. Mit dem Branchenregister Cicero bekennt sich die Versicherungsbranche zudem zu Beratungsqualität und lebenslangem Lernen – über den eigenen Betrieb hinaus.

Moderne Arbeitswelten

Die Versicherungsbranche trägt den gesellschaftlichen und technologischen Veränderungen auch mit einem modernen Arbeitsumfeld Rechnung. Homeoffice, agile Projekte, Teilzeitarbeit oder familienfreundliche Arbeitsmodelle und -umgebungen sind nur einige Stichworte dazu. Der Anteil der Teilzeitbeschäftigten liegt bei knapp 24 Prozent. Die Anzahl der teilzeitbeschäftigten Frauen ist rund viermal höher als die Anzahl der teilzeitbeschäftigten Männer. Von den gut 47’000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Schweiz sind 56 Prozent Männer und 44 Prozent Frauen. Der Anteil der Frauen in Kaderpositionen liegt bei fast 34 Prozent und in der Direktion bei 22 Prozent. Jeder fünfte Mitarbeitende arbeitet Teilzeit und jeder vierte ist als Kundenberater tätig.

Strategie 2020–2024 | Arbeitgeberpolitik und Berufswelt

Die Bildungspolitik und eine liberale Arbeitsmarktpolitik bilden einen wichtigen Pfeiler der Wettbewerbsfähigkeit der Branche. Der SVV tritt allfälligen Tendenzen zu deren Einschränkung konsequent entgegen.

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