Bench­mar­king­be­richt nimmt Gen­der­di­ver­si­ty in der Ver­si­che­rungs­bran­che un­ter die Lu­pe

News09. September 2019

Das Competence Center for Diversity & Inclusion (CCDI) der Universität St. Gallen hat im «Benchmarking-Bericht der Versicherungsbranche 2019» das Thema Frauen in der Versicherungsbranche unter die Lupe genommen. An der Studie beteiligt haben sich zehn Versicherungsgesellschaften, von denen vier national und sechs international tätig sind. Untersucht wurde die Vielfalt der Belegschaft mit Blick auf Geschlecht, Alter und Herkunft sowie die Karrieremöglichkeiten der Frauen. 

Das Geschlechterverhältnis in der Versicherungsbranche ist ausgeglichen: Der durchschnittliche Frauenanteil beträgt 51 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt der «Benchmarking-Bericht der Versicherungsbranche 2019» des Competence Center for Diversity & Inclusion (CCDI) der Universität St. Gallen. Damit liegt die Versicherungsbranche über dem branchenübergreifenden Durchschnitt von 42 Prozent. Dies zeigt, dass die Versicherungsbranche auch von Frauen als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird. Obwohl die Frauen im Kader noch deutlich untervertreten sind, schneidet die Versicherungsbranche auch hier im Quervergleich mit anderen Branchen überdurchschnittlich ab. Über alle Kaderstufen hinweg beträgt der Frauenanteil 33 Prozent. Eine erste kritische Grenze ist somit überschritten. Nach aktueller Forschung werden Angehörige einer Minderheitsgruppe ab einem Anteil von 30 Prozent nicht mehr nur als Vertreterinnen und Vertreter ihrer Gruppe wahrgenommen, sondern es werden auch Unterschiede erkannt. Dies hilft, Stereotypen zu durchbrechen. 

Verbesserungspotenzial auf den oberen Hierarchiestufen

Obwohl es der Versicherungsbranche gelingt, eine Talentpipeline für junge Frauen aufzubauen, sind vor allem die oberen Kaderstufen noch klar männerdominiert. Während auf der ersten Kaderstufe der Frauenanteil noch 45 Prozent beträgt, wird die «gläserne Decke» auf der obersten Kaderstufe klar erkennbar: Er beträgt nur 16 Prozent. Dies widerspiegelt sich im durchschnittlichen Beförderungsprofil. Typischerweise werden Männern bis 40 Jahre befördert, die deutschsprachig sind und Vollzeit arbeiten. Teilzeitarbeit wird zwar in der Versicherungsbranche ermöglicht und geniesst eine breite Akzeptanz, dennoch ist ein Teilzeitpensum nach wie vor ein Karrierehindernis. Da besonders Frauen in den Altersgruppen der 31- bis 40-jährigen und der 41- bis 50-jährigen in einem tieferen Beschäftigungsgrad arbeiten, haben sie oft schlechtere Chancen in die oberen Kaderstufen aufzusteigen. Dort wird oftmals ein Vollzeitpensum erwartet.

Karrieremodelle überdenken

Obwohl die Versicherungsbranche im Direktvergleich mit anderen Branchen gut abschneidet, sind besonders im oberen Kader noch Massnahmen zur Frauenförderung notwendig. Es gilt, altbekannte Karrieremodelle zu überdenken und die Talentpipeline für junge Frauen zu verbessern. Auf einem guten Weg ist die Versicherungsbranche bereits mit ihren Bemühungen in Bezug auf die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Die meisten Versicherungsgesellschaften bieten attraktive Arbeitsbedingungen mit flexiblen Arbeitszeitmodellen. 

Der detaillierte Report ist im Downloadbereich verfügbar. 
 

Teilnahme beim «Benchmarking-Bericht» 2020

Auch im Jahr 2020 wird wieder ein «Benchmarking-Bericht der Versicherungsbranche» erstellt. Interessierte Gesellschaften können sich nach wie vor zur Teilnahme anmelden und erhalten so einen detaillierten Einblick in ihre Mitarbeitendenstruktur und einen anonymisierten Vergleich zu anderen Unternehmen aus der Branche. 

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