Ein­glie­de­rung von Men­schen mit psy­chi­scher Be­ein­träch­ti­gung

Jahresbericht21. Juni 2019

Weiterbildungskurse für Case Manager und Schadeninspektorinnen und -inspektoren sollen die Wiedereingliederung von Menschen mit psychischer Beeinträchtigung fördern. 2018 führte der SVV mehrere Kurse durch.
 

Die Wiedereingliederung von Menschen mit psychischer Beeinträchtigung ist besonders herausfordernd. Deshalb führt der Schweizerische Versicherungsverband SVV unter der Aufsicht der Arbeitsgruppe Personenschaden und Reintegration (AG PeRe) und des Chefarztes SVV seit 2014 entsprechende Kurse durch. Ausgewiesenen Psychiater und Arbeitspsychologen leiten die Kurse. Diese werden in Form eines Workshops durchgeführt. Deshalb finden pro Kurs nicht mehr als 18 bis 20 Personen Platz. In erster Linie nehmen Case Manager und Schadeninspektorinnen und -inspektoren der Privatversicherer teil. Auch weitere interessierte Versicherungsfachleute gehören zu den Teilnehmenden. Ebenso nehmen Juristinnen und Juristen teil.

Grundlagen psychischer Erkrankungen

Die Kenntnisse in Bezug auf psychische Erkrankungen bei den Teilnehmenden sind sehr unterschiedlich. Deswegen werden im Kurs zuerst die Grundlagen psychischer Erkrankungen erklärt. Es folgt ein Mix aus Fachreferaten und Besprechungen konkreter Fälle. Diese stammen von den Teilnehmenden selbst. Bei den Fallbesprechungen werden die psychiatrischen Beeinträchtigungen vertieft betrachtet. Zudem werden Vorgehensweisen zu Gesprächen mit den Versicherten, den behandelnden Ärzten und den Arbeitgebern vorgeschlagen. Die drei Kurstage sind über zwei bis drei Monate verteilt. So können die Teilnehmenden ihre Fälle bis zum nächsten Kurstag entsprechend den Vorschlägen weiterführen. Am folgenden Kurstag können sie über ihre Erfahrungen berichten. Davon profitieren alle Teilnehmenden des Kurses.

Im Jahre 2018 führte der SVV wiederum zwei dreitägige Kurse in der Deutschschweiz durch. Zusätzlich veranstaltete er einen entsprechenden Kurs in Lausanne. Erstmalig fand ein eintägiger Aufbaukurs für Absolventinnen und Absolventen des Dreitageskurses früherer Jahre statt. In diesem Aufbaukurs wurden die wichtigsten Punkte aus den vorangegangenen Kurstagen aufgefrischt. Ebenso flossen neue Informationen und Erkenntnisse sowie aktuelle echte Fälle ein.

Wiedereingliederung im Auge behalten

Verschiedene Studien weisen auf, dass viele Psychiaterinnen und Psychiater in ihren Behandlungspfaden die berufliche Wiedereingliederung ihrer Patientinnen und Patienten zu wenig im Auge behalten.

Diese Problematik könnte mit der Ausrichtung im Sinne einer Arbeitspsychiatrie angegangen werden: Hierzu müssten vier Themenfelder berücksichtigt werden:

  • Arbeitspsychiatrische Abklärungen
  • Behandlungen mit Fokus auf die Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess
  • Beratung von Arbeitgebern und allenfalls Versicherern
  • Forschung und Entwicklung in Arbeitspsychiatrie

Es zeigt sich, dass gewisse psychiatrische Institutionen diese Themenfelder nach und nach behandeln. Dies ist aus Sicht der AG Pe Re unbedingt zu unterstützen.