Ombudsman der Privatversicherung und der Suva

Porträt06. November 2017

Die Stiftung «Ombudsman der Privatversicherung und der Suva» wurde 1972 vom SVV ins Leben gerufen. Die Ombudstelle hilft den Versicherten, indem sie versicherungsrechtliche Fragen beantwortet und in Konfliktsituationen lösungsorientiert vermittelt. Sie stellt ihre Dienste unentgeltlich und neutral zur Verfügung. Die Zahl der behandelten Fälle zeigt, dass die Ombudsstelle einem grossen Bedürfnis entspricht und das Vertrauen der Versicherten besitzt.

Zusammenfassung des Jahresberichts 2016

Im Berichtsjahr 2016 ist die Anzahl der Anfragen und Beschwerden im Zuständigkeitsbereich der Ombudsstelle von 2982 auf 3479 (um 16,6 Prozent) gestiegen.

3081 Fälle konnten ohne Intervention beim Versicherer bzw. direkt mit den Versicherten oder Anspruchstellern erledigt werden. Zu einer Intervention beim involvierten Versicherer führten 398 Beschwerdefälle (Interventionsquote 24,3 Prozent). Davon konnten 95 Prozent vor Jahresende abgeschlossen werden. Die Erfolgsquote der Interventionen betrug 67,4 Prozent. Der höchste Streitwert bei den Interventionsfällen betrug 700‘000 Franken und der tiefste strittige Betrag 120 Franken.

Der Hauptschwerpunkt unserer Tätigkeit lag wie in den Vorjahren bei den Personenversicherungen mit einem Anteil an den Fallzahlen von 50 Prozent. In der Krankentaggeld-Branche haben die Fälle, bei denen die Arbeitsunfähigkeit aufgrund von psychischen Leiden auch unter Fachärzten strittig war, analog zu den Vorjahren weiterhin zugenommen.

Erstmals hatten wir uns mit Deckungsproblemen von «Bed and Breakfast»-Beherbergern zu befassen. Hier war strittig, welchen Versicherungsschutz die bestehende Hausrat-Police bietet, und ob nicht eine Geschäftsversicherung nötig gewesen wäre, um die bestehenden Risiken als Gastgeber abzudecken, welche in ihrem Haus oder in ihrer Wohnung Zimmer an Reisende vermieten.

Bei der weiterhin zunehmenden Anzahl von Beschwerden gegen Mobiltelefon-Versicherer hatten wir verschiedentlich die Frage zu prüfen, ob der Versicherer die beantragte Entschädigung für den Diebstahl des Smartphones gestützt auf eine entsprechende Klausel in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen/AVB mit der Begründung ablehnen könne, dass die Art der Verwahrung nicht dem Gegenstand angemessen gewesen sei.

In der Branche Reiseversicherungen bezogen sich im Berichtsjahr einige Beschwerden gegen Leistungsablehnungen infolge präventiv vorgenommener Annullationen von Reisen in Gebiete, in welchen das Zika-Virus aufgetreten war.

Die Webseite der Ombudsstelle finden Sie hier und zu den Jahresberichten der Ombudsstelle geht es hier lang.