Om­buds­man der Pri­vat­ver­si­che­rung und der Su­va

Porträt07. April 2022

Die Stiftung «Ombudsman der Privatversicherung und der Suva» ist im Jahr 1972 vom SVV ins Leben gerufen worden. Die Ombudsstelle unterstützt die Versicherten in versicherungsrechtlichen Fragen und vermittelt in Konfliktsituationen lösungsorientiert. Sie stellt ihre Dienste unentgeltlich und neutral zur Verfügung. Im Jahr zwei der Corona-Pandemie gingen die Anfragen und Beschwerden bei der Ombudsstelle zurück, die Bearbeitung der einzelnen Fälle gestaltete sich jedoch zeitintensiver.

Zusammenfassung des Jahresberichts 2021

Im Berichtsjahr 2021 ist die Anzahl der Anfragen und Beschwerden im Zuständigkeitsbereich der Ombudsstelle von 3408 auf 2704 gesunken (minus 20,6 %). Gleichzeitig ist die Bearbeitung der einzelnen Fälle zeitintensiver und schwieriger geworden, weil viele Versicherte im zweiten Jahr der Pandemie gemäss Einschätzung der Ombudsstelle dünnhäutiger geworden sind.

2452 Fälle konnten ohne Intervention bei der jeweiligen Versicherungsgesellschaft beziehungsweise direkt mit den Versicherten oder Anspruchstellern erledigt werden. Zu einer Intervention beim involvierten Versicherer führten 252 der 866 schriftlich unterbreiteten Beschwerdefälle (Interventionsquote 29,1 %). Die Erfolgsquote der Interventionen betrug 71 %.

Der markante Rückgang der Fallzahlen dürfte im Privatversicherungsbereich wesentlich auf pandemiebedingte Gründe zurückzuführen sein, zumal die Anzahl der Beschwerden im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie von 587 auf 98 abgenommen hat. Es handelt sich dabei überwiegend um Epidemieversicherungsfälle von Gastrobetrieben sowie um Reiseversicherungsfälle, die im Vorjahr pandemiebedingt sehr hoch waren. Auch im UVG-Bereich dürfte die Gesundheitskrise das Sinken der Anfragen und Beschwerden von 692 auf 548 infolge von aufgeschobenen Operationen und geänderten Verhaltensweisen in Beruf und Freizeit zumindest teilweise beeinflusst haben.

Der Hauptschwerpunkt der Tätigkeit der Ombudsstelle lag im Berichtsjahr wie in der Vergangenheit bei den häufig komplexen Personenversicherungen mit einem Anteil an den Fallzahlen von rund 48 %. Fälle mit Post-Covid-Bezug wurden der Ombudsstelle bisher nur sehr wenige unterbreitet. Erfahrungsgemäss dürfte dies damit zusammenhängen, dass bei länger dauernden Krankheitsfällen häufig erst nach einer gewissen Zeitdauer Probleme mit dem Versicherer entstehen, so dass die Post-Covid-Problematik die Ombudsstelle noch mit entsprechender Verzögerung beschäftigen dürfte.

Im Berichtsjahr hat die Ombudsstelle ihre neue Tätigkeit als Anlaufstelle für Versicherte gegen Einmeldungen ins HIS, dem Hinweis- und Informationssystem der Schweizer Schadenversicherer, aufgenommen. Das HIS wurde am 1. Februar 2021 von der SVV Solution AG in Betrieb genommen und unterstützt die Privatversicherer in ihren Bestrebungen, Versicherungsmissbrauch zu verhindern.

Markant zugenommen haben im Berichtsjahr Beschwerden gegen Tierversicherer (von 23 auf 138). Hier musste der Ombudsman besonders häufig wegen allzu langer Bearbeitungszeit (von einigen Monaten) durch den jeweiligen Versicherer intervenieren.

Auffällig ist, dass die massiven Unwetter im Sommer 2021 bei der Ombudsstelle kaum zu Streitfällen mit privaten Gebäude-, Hausrat- und Motorfahrzeugversicherungen geführt haben. Auch wenn die Anzahl behandelter Fälle im Jahr 2021 zurückgegangen ist, zeigt die Statistik, dass die Stiftung «Ombudsman der Privatversicherung und der Suva», die im Juni dieses Jahres ihr 50jähriges Bestehen begeht, einem grossen Bedürfnis entspricht und das Vertrauen der Versicherten geniesst.

 

Die Webseite der Ombudsstelle finden Sie hier und zu den Jahresberichten der Ombudsstelle geht es hier lang (ganz unten).

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