Der Kli­ma­wan­del er­for­dert ein Um­den­ken

Fokus02. Juni 2022

Naturkatastrophen können immense Schäden verursachen. Es liegt deshalb im Interesse der Versicherungen, die Umwelt langfristig zu erhalten und so die Umweltrisiken und deren potenziellen finanziellen Folgen möglichst gering zu halten.

Die Klimaveränderung erhöht die Umweltrisiken massiv. Naturkatastrophen können immense materielle Schäden verursachen – nicht nur in fernen Ländern, sondern auch in der Schweiz. Der Bericht des National Centre for Climate Services zu den Klimaszenarien im Jahr 2060 zeigt für die Schweiz grosse Veränderungen auf. So wird erwartet, dass die Sommer trockener werden, Hitzetage sich häufen, jedoch gleichzeitig die Starkniederschläge zunehmen. Im Winter wird deutlich weniger Schnee vorausgesagt. Dass Veränderungen bereits stattfinden, zeigen die Überschwemmungen der vergangenen Jahre in der Zentralschweiz, in der Romandie und im Tessin deutlich. Der Global Risk Report 2022 bestätigt: Der Klimawandel und seine Folgen stellen grosse Risiken für die globale Wirtschaft dar. Eine weitreichende und wirksame Klimapolitik ist deshalb unumgänglich.
 

Klimapolitische Position

Der SVV begrüsst das Pariser Abkommen als umfassend und zielführend, erkennt die Risiken, die durch den Klimawandel hervorgerufen werden, und steht deshalb für eine weitreichende Klimapolitik und die wirksame Reduktion der Treibhausgasemissionen ein. Aus diesem Grund ist der SVV im Jahr 2021 der Net Zero Asset Owner Alliance beigetreten und demonstriert damit, wie wichtig ihm dieses Thema ist.

Der SVV bedauert die Ablehnung des CO2-Gesetzes durch die Bevölkerung und begrüsst die Bestrebungen, möglichst schnell einen neuen Vorschlag vorzulegen. Aktuell ist die Volksinitiative «Für ein gesundes Klima (Gletscher-Initiative)» hängig. Sie verlangt, dass die Schweiz bis 2050 netto null Treibhausgasemissionen anstrebt. Ab diesem Zeitpunkt sollen die fossilen Energieträger ganz verboten werden. Zudem will sie CO2-Kompensationen lediglich mittels Senkungen im Inland zulassen. Der Bundesrat hat am 11. August 2021 der Gletscher-Initiative einen direkten Gegenentwurf gegenübergestellt. Am 15. Februar 2022 hat sich die UREK-N dafür ausgesprochen, einen indirekten Gegenvorschlags auszuarbeiten. Beide Gegenvorschläge verfolgt dasselbe Ziel wie die Volksinitiative «Netto-Null Treibhausgasemissionen in der Schweiz bis 2050», ohne ein Verbot der fossilen Energieträger ab 2050 oder ein grundsätzliches Verbot der Senkungen im Ausland. Der SVV unterstützt das Anliegen der Gletscher-Initiative. Die Initiative geht in der Umsetzung jedoch sehr weit, deshalb begrüsst der SVV diese Gegenentwürfe, welche die wichtigsten Anliegen der Initiative aufnehmen.
 

Elementarschäden – grösseres Schadenpotenzial

Die Schweizer Bevölkerung und die Schweizer Wirtschaft sind einer Reihe von Naturgefahren ausgesetzt. Diese können zu Todesfällen, Verletzungen und grossem wirtschaftlichem Schaden führen. Allerdings verfügt die Schweiz auch über eine flächendeckende Elementarschadenversicherung: Alle Versicherungen, die in der Schweiz eine Feuerversicherung anbieten, müssen gleichzeitig auch die Elementarrisiken in die Versicherung einschliessen. Die Klimaveränderung mit ihren neuen Wetterkonstellationen sowie die Erhöhung und Konzentration der versicherten Werte steigern das Schadenpotenzial. Umso wichtiger ist es, eine gut funktionierende Elementarschadenversicherung anzubieten und gleichzeitig eine weitsichtige Klimapolitik zu betreiben.
 

Naturgefahren gemeinsam begegnen

Im internationalen Vergleich verfügt die Schweiz über einen hervorragenden Schutz vor den Folgen von Naturgefahren. Er funktioniert nach dem Prinzip der Solidarität. Da diese Schadenereignisse mutmasslich in Zukunft jedoch zunehmen dürften, investieren bereits jetzt viele Versicherer in Präventionsmassnahmen, zum Beispiel im Rahmen von Sensibilisierungskampagnen, die der Bevölkerung Verhaltensweisen zum eigenen Schutz aufzeigen sollen. Auch müssen die Risikoinformationen regelmässig überprüft werden. So hat der SVV gemeinsam mit dem Bund und weiteren Partnern eine neue Gefährdungskarte Oberflächenabfluss erarbeitet. Dies, um besser auf die zunehmende Gefahr von Starkniederschlägen vorbereitet zu sein. Weiter wurde im Jahr 2021 eine neue Hagelkarte veröffentlicht, die basierend auf neusten Daten und Methoden aufzeigt, wie gross die Gefahr von Hagelereignissen an verschiedenen Orten der Schweiz ist. Dieses Projekt wurde vom SVV stark unterstützt. Denn auch die Reduktion von Schadensummen muss in der Schweiz nach dem Prinzip der Solidarität funktionieren. Prävention im Vorfeld, Massnahmen im Katastrophenfall und die Behebung der Schäden danach können nur von allen Beteiligten gemeinsam angegangen werden.