Der Kli­ma­wan­del er­for­dert ein Um­den­ken

Fokus11. Februar 2019

Naturkatastrophen können immense Schäden verursachen. Es liegt deshalb im Interesse der Versicherungen, die Umwelt langfristig zu erhalten und so die Umweltrisiken und deren potenziellen finanziellen Folgen möglichst gering zu halten.

Die Klimaveränderung erhöht die Umweltrisiken massiv. Naturkatastrophen können immense materielle Schäden – nicht nur in fernen Ländern verursachen, sondern auch in der Schweiz. Der Bericht des National Centre for Climate Services zu den Klimaszenarien im Jahr 2060 zeigt für die Schweiz grosse Veränderungen auf. So wird erwartet, dass die Sommer trockener werden, die Hitzetage zunehmen, jedoch gleichzeitig die Starkniederschläge zunehmen. Im Winter wird deutlich weniger Schnee vorausgesagt. Das Veränderungen bereits stattfinden, zeigen die Überschwemmungen der vergangenen Jahre in der Zentralschweiz, in der Romandie und im Tessin deutlich. Der Global Risk Report 2019 bestätigt: Der Klimawandel und seine Folgen stellen grosse Risiken für die globale Wirtschaft dar. Eine weitreichende und wirksame Klimapolitik ist aus Sicht des SVV deshalb unumgänglich.

Klimapolitik– Ja zum CO2-Gesetz

Der SVV begrüsst das Pariser Abkommen als umfassend und zielführend. Daraus ableitend unterstützt der SVV den Entwurf des Bundesrats für ein neues CO2-Gesetz, wie auch das im Gesetz vorgesehene nationale Gesamtziel, die Treibhausgasemissionen um 50 Prozent bis 2030 gegenüber 1990 zu vermindern. Das vom Bundesrat vorgeschlagene Inlandziel ist aus Sicht des SVV ein pragmatischer Ansatz, wie das 50 Prozent Gesamtziel erreicht werden kann. Emissionsreduktionen im Ausland werden auch mittelfristig kostengünstiger umgesetzt werden können, als diejenigen im Inland. Gleichwohl ist es zentral, dass die Schweiz ihre Verantwortung wahrnimmt und sich zu Emissionsreduktionszielen im Inland verpflichtet. Deshalb erachtet der SVV die vom Bundesrat vorgeschlagenen Inlandziele als Minimalziele, die sich in der Tendenz erhöhen sollten, auf keinen Fall aber verringern.

Der SVV erkennt die Risiken, die durch den Klimawandel hervorgerufen werden und steht deshalb für eine weitreichende Klimapolitik und die wirksame Reduktion der Treibhausgasemissionen ein.

Elementarschäden – grösseres Schadenpotenzial

Die Schweizer Bevölkerung und Wirtschaft sind einer Reihe von Naturgefahren ausgesetzt. Diese können zu Todesfällen, Verletzungen und grossem wirtschaftlichem Schaden führen. Allerdings verfügt die Schweiz auch über eine flächenendeckende Elementarschadenversicherung: Alle Versicherungen, die in der Schweiz eine Feuerversicherung anbieten, müssen gleichzeitig auch die Elementarrisiken in die Versicherung einschliessen. Die Klimaveränderung mit ihren neuen Wetterkonstellationen sowie die Erhöhung und Konzentration der versicherten Werte steigern das Schadenpotenzial. Umso wichtiger ist es, eine gut funktionierende Elementarschadenversicherung anzubieten und gleichzeitig eine weitsichtige Klimapolitik zu betreiben.

Naturgefahren gemeinsam begegnen

Im internationalen Vergleich verfügt die Schweiz über einen hervorragenden Schutz vor den Folgen von Naturgefahren. Er funktioniert nach dem Prinzip der Solidarität. Da diese Schadenereignisse mutmasslich in Zukunft jedoch zunehmen dürften, investieren bereits jetzt viele Versicherer in Präventionsmassnahmen, zum Beispiel im Rahmen von Sensibilisierungskampagnen, die der Bevölkerung Verhaltensweisen zum eigenen Schutz aufzeigen sollen. Auch müssen die Risikoinformationen regelmässig überprüft werden. So hat der SVV gemeinsam mit dem Bund und weiteren Partnern einen neue Gefährdungskarte Oberflächenabfluss erarbeitet. Dies um besser auf die zunehmende Gefahr von Starkniederschlägen vorbereitet zu sein. Denn auch die Reduktion von Schadensummen muss in der Schweiz nach dem Prinzip der Solidarität funktionieren. Prävention im Vorfeld, Massnahmen im Katastrophenfall und die Behebung der Schäden danach können nur von allen Beteiligten gemeinsam angegangen werden.