Ein ech­ter Wow-Mo­ment

Jahresbericht21. Juni 2019

Während der Lehre ins Ausland: Lernende des versicherungsKV international können für ein Auslandjahr nach Frankreich oder Indien, Belgien oder USA. Aktuell läuft die Testphase.

Beitrag aus dem Jahresmagazin View

«Ich wollte drei Fliegen auf einen Streich schlagen», sagt Andri Waltisberg über seine Motivation. Der KV-Lernende der Mobiliar verbringt gerade sein Auslandjahr in Irland. Gestartet ist er mit grossem Respekt. Insbesondere die Eingliederung in die neue Familie beschäftigte ihn bereits im Vorfeld. Der Beginn war aufregend: «Eine andere Kultur, andere Gewohnheiten, eine andere Natur. Aber die Gastfamilie nahm mich herzlich auf. Ich habe sehr rasch Zugang gefunden», erzählt er. Ähnlich erlebte Denusha Mathialagan die Ankunft in Michigan USA: «Ich wollte wieder nach Hause», erzählt sie von den ersten Momenten. «Doch das Gefühl verging schnell.» Geblieben sind der KV-Lernenden der AXA vor allem Erinnerungen an die positiven Erlebnisse, die sie zuvor nur aus dem Fernsehen kannte. «Die Footballgames: Jedes Mal, wenn ich auf der Tribüne stand und unserem Team zujubelte, schien es mir wie im Traum.» 

Sich neu erfinden

Als Mathialagan im Sommer 2018 aus den USA in die Schweiz zurückkehrte bereitete sich Soraya Jöhl gerade auf ihre Abreise vor. «Wir alle waren mega nervös», sagt sie. Zusammen mit anderen Austauschschülern flog die AXA-Lernende von Zürich nach New York. Eine Nacht im Hotel und eine anstrengende Busreise später traf sie in Rochester NY ihre Gastfamilie. Mit dieser hat sich nach einer Angewöhnungsphase ein ausgezeichnetes Verhältnis entwickelt. «Ich kann mit ihnen über alles reden – ich werde sie alle sehr vermissen, wenn ich in die Schweiz zurückkehre», sagt Jöhl schon heute. Dass alle Austauschlernenden tolle und schwierigere Momente erleben, weiss Reto Stern von AFS. Diese organisiert das Auslandjahr. Sich auf ein neues Land, eine andere Kultur und eine Gastfamilie einzulassen, ist aufregend und herausfordernd. «Für die persönliche Entwicklung bringt ein Auslandjahr enorm viel. Im Ausland sind die Jugendlichen auf sich gestellt. Sie können sich ganz neu erfinden», sagt er. 

Und trotzdem das beste Jahr

Das Angebot eines Auslandjahres macht das versicherungsKV international attraktiver. «Davon profitiert die Branche und der jeweilige Betrieb», ist Natascha Mullis, Berufsbildnerin bei Helvetia, überzeugt. Der Versicherer ermöglicht diesen Sommer drei Lernenden ein Auslandjahr. Die Auswahl erfolgte sorgfältig. Alle Erst-Jahr-Lernenden im Betrieb wurden angeschrieben. Nach der internen Selektion folgte jene durch AFS. Sind die Lernenden abgereist, steht der Betrieb zur Unterstützung bereit. «Es ist uns enorm wichtig, dass unsere Lernenden sich während der Ausbildung nicht nur fachlich, sondern vor allem auch persönlich weiterentwickeln können. Das AFS-Austauschjahr bietet dafür eine super Möglichkeit», sagt Natascha Mullis. Bei Konflikten stehen zudem die AFS, die Gasteltern oder ein Götti im Land als Anlaufstelle zur Verfügung. Auch mit den anderen Teilnehmenden des Programms besteht ein reger Austausch. Dass ein Auslandjahr nicht nur einfach ist, erlebte Lukas Hongler, Lernender bei der Allianz. Von 2017 bis 2018 verbrachte er ein Jahr in Quebec. «Meine Gastfamilie und ich passten einfach nicht zusammen.» Und dennoch sagt er von diesem Jahr in Kanada: «Es war das beste Jahr meines Lebens.» Vor allem die Schule, die neuen Kollegen und die gemeinsamen Erlebnisse waren dafür verantwortlich. «Das Beste war: Ich habe nun auf der ganzen Welt Freunde.» In guter Erinnerung behält auch Mathialagan ihre Schule. Hier lernte sie die Ballsportart Lacross. «Und ich erhielt die Auszeichnung als Spielerin mit den grössten Fortschritten. Ein echter Wow-Moment.» 

Ein gewonnenes Jahr

Unabhängig von Land, Gastfamilie und Erlebnissen sind sich alle vier einig: Ihren Lehrabschluss werden sie zwar ein Jahr später haben, aber es ist definitiv ein gewonnenes Jahr. Für Denusha Mathialagan ist klar: «Ein Austauschjahr war schon immer mein Traum. Ich empfehle es jedem.» Soraya Jöhl hat in Rochester eine zweite Familie und viele Freunde gefunden, während Lukas Hongler sich darüber freut, dass er es geschafft hat, sein Französisch zu verbessern und offener geworden zu sein. Selbständiger werden, eine neue Kultur kennenlernen und das Englisch verbessern, diese drei «Fliegen» will auch Andri Waltisberg auf einen Streich schlagen: «Ich denke, ich bin bei allen Zielen auf gutem Weg.»