Ver­rech­nungs­steu­er­re­form ist über­fäl­lig

Positionen31. August 2020

Der SVV begrüsst die vorgesehenen steuerlichen Standortverbesserungsmassnahmen. Aufgrund wichtiger Synergieeffekte ist die Verrechnungs-steuerreform mit einem schrittweisen, aber umfassenden Abbau standortrelevanter Stempelabgaben sowie gezielten Anpassungen beim Beteiligungsabzug zu kombinieren. Die Fremdkapitalaufnahme sowie die Konzernfinanzierung müssen in Zukunft ohne negative Implikationen aus der Schweiz heraus möglich sein.

Die Reform der Verrechnungssteuer ist elementar und hätte zahlreiche positive Effekte

  • Stärkung des Emissionsstandortes und des Fremdkapitalmarktvolumens
  • Rückführung von Konzernfinanzierungsaktivitäten in die Schweiz
  • Ansiedlung und Sicherung von qualifizierten Arbeitsplätzen in der Schweiz
  • Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Schweizer Unternehmen
  • Wettbewerbsverzerrende «Too-big-to-fail» (TBTF)-Ausnahmebestimmungen für Banken werden hinfällig

Reformen der Verrechnungssteuer im Bereich Obligationen und Konzernfinanzierung sind dringend

Anleihen von Unternehmen werden in erster Linie von institutionellen Anlegern gehalten. Diese weichen infolge Verrechnungssteuer auf ausländische Kapitalmärkte aus. Aufgrund der Verrechnungssteuer begeben Schweizer Konzerne ihre Obligationen und Geldmarktpapiere über ausländische Strukturen. Die Wertschöpfung findet im Ausland statt. Die hiermit verbundenen Arbeitsplätze werden im Ausland angesiedelt. Zudem entstehen den Schweizer Unternehmen Kosten für den Unterhalt der ausländischen Strukturen. Diese Strukturen sind nicht mehr zeitgemäss und stehen in Widerspruch zu den internationalen Transparenzvorgaben.

Förderung von nachhaltigen Finanzprodukten

Die Schweiz sollte die Chance, sich im Bereich nachhaltige Finanzprodukte international zu einem Zentrum zu entwickeln und damit einen wichtigen Beitrag an die Herausforderungen des Klimawandels zu leisten, nicht ungenutzt verstreichen lassen. Die Versicherungswirtschaft als vom Klimawandel stark betroffene Branche unterstützt Green Finance ausdrücklich. Green Finance Produkte sollten angemessene steuerliche Rahmenbedingungen erhalten, damit die Nachfrage zu international konkurrenzfähigen Rahmenbedingungen aus der Schweiz heraus bedient werden kann. Der SVV vertritt daher die Auffassung, dass entsprechende Reformschritte im Bereich der Verrechnungssteuer sowie der Stempelabgaben anzugehen sind.

Der SVV betont einmal mehr die Dringlichkeit der Verrechnungssteuerreform für die Assekuranz, die Gesamtwirtschaft, den Kapitalmarkt, Finanzplatz und Standort Schweiz.