Baumaterialien als Emerging Risk

Kontext21. November 2018

Heute werden im Baubereich vermehrt neuartige Baustoffe verwendet, deren Sicherheit nach den bisherigen Prüfverfahren getestet und bewilligt werden. Aufgrund des geringeren Gewichts und der guten Isolationseigenschaften werden beispielsweise beim Bau von Hochhäusern Aussenver-kleidungen, sogenannte Metal Composite Material (MCM) oder Wärmedämmverbundsysteme (Exterior Insulation Finishing Systems, EIFS), verwendet.

Brandereignisse in Dubai und kürzlich in London (Grenfell Tower 2017) haben gezeigt, dass die verwendeten brennbaren MCM-Verkleidungen und die Konstruktionsweise, zu enormen Schäden führen können. Es zeigt sich, dass die Prüfverfahren möglicherweise überarbeitet und die Sicherheitsanforderungen an die veränderte Situation angepasst werden müssen. Berufshaftpflicht-Versicherung von Architekten sowie die Betriebshaftpflicht- und Produkthaftpflicht-Versicherung der am Bau Beteiligten und von Herstellern und Lieferanten von Baumaterialien können ernsthaft tangiert werden und die neuen Bautechniken können ein Emerging Risk für die Assekuranz bedeuten.

Definition «Emerging Risks»:

Neue Technologien und die Entwicklung der modernen Gesellschaft bieten neue Chancen, aber auch neue Gefahren. Solche neuartigen zukunftsbezogenen Risiken, die sich dynamisch entwickeln und eben nur bedingt erkennbar und bewertbar sind werden als «Emerging Risks» bezeichnet.  Der Begriff «Emerging Risks» ist nicht einheitlich definiert. In der Versicherungsbranche werden damit üblicherweise Risiken bezeichnet, welche sich als mögliche zukünftigen Gefahr mit grossem Schadenpotenzial manifestieren.

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