Der Vertrieb von Finanzprodukten an Privatkunden ist im In- und Ausland seit einigen Jahren Gegenstand von Diskussionen und politischen Vorstössen. Im Zuge der Finanzmarktkrise hat diese Thematik eine zusätzliche Dynamik erhalten. Der SVV begrüsst deshalb die Initiative der Finma, mit dem «Vertriebsbericht 2010» eine juristische Auslegeordnung vorzunehmen und die Grundlage für eine Diskussion in der Schweiz zu schaffen. Im Zentrum des Berichts steht die Frage, ob die Schaffung eines Finanzdienstleistungsgesetzes notwendig ist.
Der SVV ist der Ansicht, dass kein Bedarf für ein Finanzdienstleistungsgesetz unter Einbezug von Versicherungsprodukten besteht. Die Assekuranz verfügt bereits über ein versicherungsspezifisches Vertragsgesetz (VVG). Dieses wird im Rahmen einer Totalrevision und der damit verbundenen Teilrevision des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) sogar noch ausgebaut und verschärft.
Ausserdem ist ein Finanzdienstleistungsgesetz angesichts der immensen Vielfalt an Finanzprodukten für Privatkunden kein sinnvolles Instrument. Die Probleme, welche im «Vertriebsbericht 2010» festgestellt wurden, sollten mittels angemessenen sektorspezifischen Verbesserungen der Regulierung gelöst werden.
Schliesslich bemängelt der SVV, dass der Bericht die Kostenfolgen von allfälligen neuen oder zusätzlichen Vorschriften nicht behandelt.