Versicherungswirtschaft läuft zur Hochform auf

Die private Versicherungswirtschaft hat ein hervorragendes Jahr hinter sich und ist in guter Verfassung. Die Versicherer profitierten von einem starken Jahr an den Finanzmärkten und einem günstigen Schadenverlauf. Einem leichten Prämienwachstum in der Schadenversicherung von 1,8% steht ein Rückgang von 1,8% in der Lebensversicherung gegenüber.

Zürich, 24. Januar 2007 – Die private Versicherungswirtschaft operiert aus der Position der Stärke. Nach den Rekordschäden im Jahr zuvor profitierte die Branche im Jahr 2006 von einem insgesamt günstigen Schadenverlauf. Auch die Finanzmärkte präsentierten sich in starker Verfassung. Gleichzeitig optimierten die Versicherer wiederum das Underwriting, ihre Effizienz und Kostenstrukturen. Der Schweizerische Versicherungsverband SVV rechnet damit, dass seine Mitgliedgesellschaften sehr gute Jahresabschlüsse präsentieren dürften. Die Versicherer stärkten im vergangenen Jahr auch ihre Solvenzfähigkeit. Die Branche ist bestens gerüstet, um künftige Herausforderungen bewältigen zu können.

Leichtes Wachstum in der Schadenversicherung…

Das Schadenversicherungsgeschäft hat sich im vergangenen Jahr positiv entwickelt. Der SVV rechnet mit einem Wachstum des Prämienvolumens von etwa 1,8%. Am kräftigsten hat die Motorfahrzeugversicherung mit geschätzten 2,8% zugelegt. Es ist festzustellen, dass der Wettbewerbsdruck in dieser Sparte aufgrund der ambitiösen Wachstumsziele der grossen Motorfahrzeugversicherer weiter zunimmt. In den anderen Sparten fiel das Wachstum moderat aus.

… leichter Rückgang in der Lebensversicherung

Wie schon in den beiden Vorjahren verzeichnete das Schweizer Leben-Geschäft (Einzel und Kollektiv) im Jahr 2006 einen Rückgang der Prämieneinnahmen. Mit geschätzten minus 1,8% über das ganze Geschäft fällt der Rückgang erfreulicherweise wesentlich moderater aus als in den Jahren zuvor. Mehr als zwei Drittel des gesamten Prämienvolumens entfällt auf das Kollektivgeschäft, das nach Schätzungen des SVV um 1,2% zurückgegangen ist. Im Einzel-Lebengeschäft ist der Rückgang mit geschätzten minus 3,4% stärker ausgefallen. Vor allem bei den Einzel-Kapital-Versicherungen mit Einmaleinlagen war der Rückgang markant, was angesichts der Tiefzinsphase nicht überrascht. Der Markt der fondsgebundenen Lebensversicherungen dürfte hingegen um 5% gewachsen sein. Es gibt einen klaren Trend von der traditionellen Kapitalversicherung hin zu fondsgebundenen Produkten.

Bedeutende Gesetzesrevisionen für die Assekuranz im Gang

Die Branche beschäftigt sich mit bedeutenden Gesetzesprojekten. In der beruflichen Vorsorge misst der SVV der bundesrätlichen Vorlage zur rascheren Senkung des Umwandlungssatzes hohe Bedeutung zu. Der Umwandlungssatz ist zu hoch und muss gesenkt werden, um die systemfremde und ungerechte Umverteilung von den Erwerbstätigen zu den Rentnern zu stoppen. In der Revision des Unfallversicherungsgesetzes UVG fordert der Verband eine Liberalisierung und eine klare Abgrenzung zwischen privaten Unfallversicherern und der Suva. Die Vernehmlassung dauert noch bis Mitte März.

Die Privatversicherer und die kantonalen Gebäudeversicherer arbeiten bekanntlich gemeinsam an der Einführung einer landesweiten Erdbebenversicherung. Aufgrund umfangreicher rechtlicher Voraussetzungen hat sich eine Einführung auf den 1. Januar 2008 als nicht umsetzbar erwiesen, angestrebt wird deshalb der 1. Januar 2009. Die Vernehmlassungsvorlage für die Totalrevision des Versicherungsvertragsgesetzes VVG wird voraussichtlich Ende 2007 vorliegen. Das VVG regelt die rechtlichen Beziehungen zwischen Versicherung und Konsument und ist dementsprechend von hoher Bedeutung für die Versicherungswirtschaft. Im Bereich der Aufsicht gelangt die Schaffung einer eidgenössischen Finanzmarktaufsicht in die entscheidende Phase. Die Vorlage soll im Frühling im Nationalrat behandelt werden. Die private Versicherungswirtschaft steht hinter einer starken und international anerkannten Aufsicht. Sie fördert das Vertrauen und das Ansehen in unseren Finanzplatz.

Führungswechsel beim Versicherungsverband

Albert Lauper beabsichtigt, an der Generalversammlung Anfang Juni 2007 vom Amt des Präsidenten des SVV zurückzutreten. Der Vorstand hat den Wunsch des amtierenden Präsidenten zur Kenntnis genommen und wird der Generalversammlung Erich Walser als Nachfolger vorschlagen. Erich Walser ist seit Juni 1994 Vorstandsmitglied des SVV und seit Januar 2006 Vizepräsident. Ende August 2007 tritt Erich Walser als CEO der Helvetia Gruppe zurück und führt sein Amt als Verwaltungsratspräsident der gleichen Gruppe weiter. Albert Lauper zeigte sich erfreut über die vorgesehene Nachfolgeregelung: «Erich Walser ist ein Versicherungsprofi mit hohem Renommee und kennt die Branche und ihre Bedürfnisse ausgezeichnet. Er wird die Leitung eines starken, gut positionierten Verbandes übernehmen.»

Links

Versicherungswissen