
Über die Hälfte der Autofahrer sind heute mit falsch eingestellten Kopfstützen unterwegs. Sie setzen sich damit vor allem bei Auffahrunfällen einem unnötigen Gesundheitsrisiko aus. Eine heute in Bern lancierte dreijährige Präventionskampagne motiviert die Automobilisten, die Kopfstützen korrekt einzustellen, damit Kopf und Hals besser geschützt sind.
Bern, 20. September 2007 – Der Schweizerische Versicherungsverband (SVV) hat heute zusammen mit dem Fonds für Verkehrssicherheit (FVS) und der Schweizerischen Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) in Bern die neue Kampagne «Kopfstützen schützen – Sicher unterwegs mit der richtigen Einstellung» lanciert. Ziel der auf drei Jahre angelegten Kampagne ist, dass die Mehrheit der Automobilisten die Schutzwirkung der Kopfstütze kennt und diese korrekt einstellt. Richtig eingestellte Kopfstützen schützen Hals und Kopf und mildern die Folgen eines Unfalls.
Eine Erhebung der Schweizerischen Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) zeigt, dass sechs von zehn Kopfstützen falsch eingestellt sind. Es ist die erste Erhebung dieser Art in der Schweiz. SVV-Direktor Lucius Dürr sieht in der richtigen Einstellung der Kopfstütze ein grosses, noch unausgeschöpftes Potenzial: «Die Automobilisten können mit ein paar wenigen Handgriffen viel für die eigene Sicherheit tun. Wenn ein Auto ins eigene Heck fährt, kann die Einstellung der Kopfstütze entscheidend sein für ein Leben mit oder ohne Schmerzen.» Die Kampagnenpartner setzen sich zum Ziel, dass nach drei Jahren 55% der Automobilisten die Kopfstütze richtig einstellen. Heute ist dies lediglich bei 39% der Autolenker der Fall. Langfristig soll die Kontrolle der Kopfstütze so selbstverständlich sein, wie der Griff nach dem Sicherheitsgurt.
Mit TV-Spots und Plakaten will die Kampagne über vier Millionen Automobilisten erreichen. Auf sympathische und direkte Art soll ein neues Handzeichen etabliert werden: Die gestreckte Hand über dem Kopfscheitel. Sie hat eine doppelte Bedeutung. Erstens muss die Kopfstütze auf Höhe des Kopfscheitels eingestellt sein. Zweitens bedeutet das Zeichen, dass Kopfstützen schützen. Zur richtigen Einstellung gehört zudem, dass der Hinterkopf die Kopfstütze berührt. Die Plakate werden ab dem 24. September in der gesamten Schweiz zu sehen sein. Zeitgleich werden die TV-Spots in allen Landessprachen auf Sendern der SRG SSR und auf Privatsendern ausgestrahlt. Im Verlauf der Kampagne werden zudem weit über zwei Millionen Informationsblätter an die Automobilisten gelangen. Der Flyer kann auch auf der Website www.kopfstuetzen.ch heruntergeladen werden.
Die drei Projektpartner SVV, FVS und bfu arbeiten in der Kampagne zusammen mit dem ACS, TCS, VCS, dem Autogewerbeverband Schweiz (AGVS) und dem Schweizerischen Fahrlehrerverband (SFV). Die Partner werden von der Arbeitsgruppe für Unfallmechanik (AGU Zürich) wissenschaftlich beraten. Lucius Dürr zeigte sich sehr erfreut über diese Zusammenarbeit: «Die breite Phalanx bietet uns die Möglichkeit, die Automobilisten effizient anzusprechen. Alle sind in einem Boot.»
In der Schweiz werden den Versicherern pro Jahr rund 10000 kraniozervikale Beschleunigungstraumata (Schleudertrauma) zumeist aus Auffahrunfällen gemeldet. Normalerweise klingen die Schmerzen nach kurzer Zeit wieder ab. Bei rund 10% der Betroffenen entwickelt sich ein chronischer Gesundheitsschaden mit hohem Invaliditätsrisiko. Hinter jedem Fall steht ein teilweise tragisches Einzelschicksal. Die gesamten volkswirtschaftlichen Kosten bewegen sich in Milliardenhöhe. Dies unter Berücksichtigung von Rettungs-, Heilungs-, Pflege- und Invaliditätskosten sowie Kosten der Arbeitgeber für die Wiederbesetzung des Arbeitsplatzes und immaterielle Verluste auf Seite der Unfallopfer.
Die heutige Lancierung der Präventionskampagne wird von einem Publikumsevent auf dem Waisenhausplatz in Bern begleitet. Die Besucher können die richtige Einstellung der Kopfstütze am Modell anschauen, ausprobieren und selbst erleben.