Zürich, 22. Januar 2003 – Die schweizerische Versicherungswirtschaft blickt auf ein schwieriges Jahr 2002 zurück. Dies ist umso unerfreulicher, als bereits 2001 markante Ertragseinbrüche zu verzeichnen waren. Die Hauptursache für die schlechten Ergebnisse, die von vielen Gesellschaften ausgewiesen werden müssen, liegt bei der weiteren starken Baisse an den Aktienmärkten sowie beim anhaltenden Rückgang des Zinsniveaus. Dies wurde an der heutigen Medienkonferenz des Schweizerischen Versicherungsverbands SVV in Zürich ausgeführt. Der Druck auf die Finanzergebnisse, verbunden mit einem hohen Abschreibungsbedarf, konnte trotz teilweise guter technischer Resultate in vielen Fällen nicht aufgefangen werden.
Im Schweizergeschäft Nichtleben erhöhten sich die Prämieneinnahmen 2002 gemäss Schätzung des SVV um 4% von 17.6 auf 18.3 Mia. Franken; der Zuwachs hängt unter anderem mit schadenbedingten Tarifanpassungen in verschiedenen Sparten zusammen. Im Schweizergeschäft Leben belief sich der Anstieg auf rund 6%, das heisst von 33.1 auf 35.1 Mia. Franken; die Vorsorgeprodukte der Versicherer erfreuen sich sowohl im Einzelgeschäft wie im Kollektivgeschäft nach wie vor einer guten Nachfrage. Gemäss Hochrechnung des SVV dürfte die Zahl der in der Privatassekuranz beschäftigten Personen in der Schweiz im Lauf des Jahres 2002 um ca. 4% von 48’000 auf 46’000 zurückgegangen sein.
In seinem Rückblick auf ein bewegtes Jahr befasste sich Verbandspräsident Hansjörg Frei schwergewichtig mit der Combined Ratio. Das Verhältnis zwischen Schäden und Kosten einerseits und Prämien anderseits ist in vielen Fällen überhöht. Es wird grosser Anstrengungen bedürfen, den versicherungsmathematischen Realitäten verstärkt Rechnung zu tragen. Allzu lang konnten unzureichende Prämien oder überhöhte Kosten durch hohe Kapitalgewinne ausgeglichen und überkompensiert werden. Joe Bättig, Vorsitzender des SVV-Ausschusses Leben, ging auf die Zukunft der beruflichen Vorsorge ein. Dabei richtete er sein Augenmerk unter anderem auf den komplexen Fragenkreis der Transparenz. Die Versicherer haben zu deren Verbesserung detaillierte Vorschläge erarbeitet, die ohne Verzug umgesetzt werden. Albert Lauper, Vizepräsident des SVV, stellte eine Bildungsoffensive der Privatversicherer vor. Neben einem klaren Bekenntnis zum unverminderten Engagement in der Lehrlingsausbildung unterstrich er die Bedeutung der Weiterbildung für den Aussendienst.