Erstmals seit 60 Jahren sind 1999 die Prämieneinnahmen der Privatversicherer im Vorjahresvergleich zurückgegangen. Der Schweizerische Versicherungsverband (SVV) rechnet mit Prämien von 46,1 Mrd. Fr. im Schweizer Direktgeschäft (d.h. ohne Rückversicherung). 1998 lag das Prämienvolumen bei 48,4 Mrd. Fr.
Zürich, 26. Januar 2000 – Während im Nichtlebengeschäft eine geringfügige Zunahme von 13,4 Mrd. auf 13,5 Mrd. Fr. zu verzeichnen war, bildeten sich die Beitragseinnahmen im Lebengeschäft als Folge der auf den 1. April 1998 eingeführten Stempelabgabe auf Einmalprämienversicherungen von 35 Mrd. auf 32,6 Mrd. zurück.
Wie Dr. H.J. Frei (Winterthur), Vizepräsident des SVV, am Medienkolloquium vom 26. Januar 2000 in Zürich ausführte, belasteten die Lawinen im Februar, die Überschwemmungen im Mai und die Sturmböen vom Stephanstag die technischen Rechnungen der Sachversicherer markant. Auch die anhaltend überdurchschnittlich steigenden Gesundheitskosten und generell eine erhöhte Schadenfrequenz bewirkten eine Verschlechterung des Schadenverlaufs, der sich zuvor allerdings während einiger Jahre positiv entwickelt hatte. Als Folge eines straffen Kostenmanagements (das insgesamt aber nicht zu einem Personalabbau führte) und auf Grund erfreulich hoher Finanzerträge rechnen die Mitgliedgesellschaften des SVV trotz der erwähnten Prämien- und Schadenentwicklung für 1999 mit zufriedenstellenden Ergebnissen.
Gemäss den Schätzungen des SVV dürften die weltweit eingenommenen Prämien der Schweizer Privatassekuranz im vergangenen Jahr (inkl.Tochtergesellschaften und Niederlassungen im Ausland, Direkt- und Rückversicherung) weiter leicht auf 126,1 Mrd. Fr. gestiegen sein (Vorjahr 125,4 Mrd. Fr.). Von diesem Prämientotal entfielen 47,9 Mrd. oder 38% auf die Schweiz, 51,9 Mrd. oder 41,1% auf die EU, 26,3 Mrd. oder 20,9% auf das übrige Ausland. Nach Versicherungssparten gegliedert, steht die Lebensversicherung mit 51,2 Mrd. (40,6%) vor der Nichtlebensversicherung mit 45,9 Mrd. (36,4%) und der Rückversicherung mit 29 Mrd. Fr. (23%).
SVV-Präsident Prof. Dr. R. Jagmetti ging in seinem Referat auf das Jubiläum «100 Jahre Schweizerischer Versicherungsverband» ein, das im angelaufenen Jahr gefeiert werden kann. Dabei befasste er sich unter anderem mit den veränderten Aufgaben des heutigen Verbands, mit dem Wettbewerb im deregulierten Markt, mit der Aufsicht sowie den gesellschaftlichen und technologischen Herausforderungen der schweizerischen Versicherungswirtschaft. Dr. M. Zobl (Rentenanstalt/Swiss Life), Mitglied des Vorstandes SVV, erläuterte den Standpunkt der Lebensversicherer zur 1. BVG-Revision, bei welcher unter anderem der Mindestzinssatz und der Umwandlungssatz sowie die Begrenzung des versicherbaren Einkommens zur Debatte stehen werden.