Prämien in der Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung seit 1996 um 14% gesunken

Gemäss Jahresbericht des Bundesamtes für Privatversicherungen BPV behauptet die Motorfahrzeugversicherung mit einem Anteil von 28% an den Prämieneinnahmen im direkten Schweizer Nichtleben-Geschäft den führenden Platz aller Branchen

Zürich, 29. Oktober 2001 – Bis 1996 bestand in der Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung ein gesetzlich vorgeschriebener Einheitstarif mit der Verpflichtung, jährlich eine Gemeinschaftsstatistik zum Verlauf im Gesamtmarkt zu erstellen. Mit der Entlassung der MFH-Versicherer in den freien Markt ab Januar 1996 fiel nicht nur der Einheitstarif sondern auch die Führung der Gemeinschaftsstatistik weg. Die Teilnahme ist für die Versicherer heute freiwillig. Im vergangenen Jahr haben sich zwölf Gesellschaften mit einem Marktanteil von knapp 90% an der Motorfahrzeug-Haftpflicht-Statistik beteiligt.

Aus dieser Gesamtstatistik geht hervor, dass der Wettbewerb einen starken Druck auf die Prämien auslöst: Die Durchschnittsprämie pro Fahrzeug hat sich um 14% von 535.– Franken (1996) auf 460.– Franken (2000) reduziert. Die Schadenhäufigkeit (Anzahl Schadenfälle pro 1000 Jahresrisiken) ist in der gleichen Periode nur um 6% (von 700 auf 660) zurückgegangen, während der Schadenbedarf (Schadenaufwand pro Jahresrisiko) deutlich angestiegen ist (von 396 Franken auf 414 Franken). Für diese Entwicklung gibt es zwei Hauptgründe. Der eine ist die Zunahme der Autoreparaturkosten, die weit über der Entwicklung des Indexes der Konsumentenpreise liegt und die Auswirkungen in der Fahrzeugbautechnik z.B. durch den Einbau elektronischer Einrichtungen, die auch bei geringfügigen Kollisionen hohe Reparaturkosten hervorrufen. Noch stärker aber wirken sich die massiv gestiegenen Gesundheitskosten aus, die sich in der Rechnung der Motorfahrzeug-Versicherung deutlich niederschlugen.

Es sind keinerlei Anzeichen zu erkennen, dass die Entwicklung der Gesundheitskosten und der Lohnkosten im Motorfahrzeuggewerbe in nächster Zukunft deutlich anders als in der beobachteten Periode verlaufen. Zudem ist auch davon auszugehen, dass die Fahrzeugpreise weiter ansteigen dürften, was sich ebenfalls auf die Schadenkosten auswirken wird. Die Schadenhäufigkeit wiederum wird sich wohl kaum mehr weiter reduzieren und somit nicht mehr ausgleichend auf die Schadenbelastung wirken können. Der erhebliche Druck auf die Prämien wird somit nicht nachlassen und wohl dazu führen, dass Prämienanpassungen erforderlich sein werden.

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