Markanter Rückgang der Kollisionen mit Wild

Das Präventionsprojekt «Weniger Wildunfälle!» zeigt Wirkung. Im Kanton Zürich konnten mit den akustischen Warngeräten auf den Teststrecken die Unfälle mit Wildtieren um 32% bis 43% reduziert werden. Heute sind in den Kantonen Zürich, Luzern und Schaffhausen rund 8’000 Geräte installiert. Nach wie vor bietet Fahren mit angepasster Geschwindigkeit den besten Schutz für Autofahrer und Wildtiere.

Zürich, 14. Mai 2009 – Seit 2006 arbeiten der Kanton Zürich, der Schweizer Tierschutz STS, die Revierjagd Schweiz und der Schweizerische Versicherungsverband SVV gemeinsam am Pilotprojekt «Weniger Wildunfälle!» zur Reduktion von Kollisionen von Motorfahrzeugen mit Wild. Auch die Kantone Luzern und Schaffhausen sind in das Pilotprojekt integriert. Heute sind im Kanton Zürich ca. 6’000 Wildwarngeräte entlang von Strecken mit Wildwechsel installiert. Im Kanton Luzern sind in der Region Seetal ebenfalls bereits 1’300 Wildwarngeräte im Einsatz, im Kanton Schaffhausen 550. Auf den mit Warngeräten ausgestatteten Strassenabschnitten konnte im Kanton Zürich ein Rückgang der Wildunfälle von 32% bis 43% verzeichnet werden. Die wissenschaftlichen Erfolgskontrollen in den Kantonen Zürich und Luzern werden durchgeführt, um die Wirkung der technischen Massnahme über einen längeren Beobachtungszeitraum zu prüfen und zu quantifizieren.

Mit Flyer gegen Wildunfälle

Seit Projektstart werden die Automobilisten zudem mit einem Flyer auf die Gefahren durch Kollisionen mit Wild aufmerksam gemacht. Den besten Schutz vor Unfällen mit Wild bietet nach wie vor das Fahren mit angepasster Geschwindigkeit auf Strassenabschnitten mit Wildwechsel. Die Aufklärungsarbeit des Tierschutzes und der Jagdverbände soll deshalb weitergeführt werden. Basis hierfür bildet der Flyer «Tiere im Verkehr. Achtung, Tempo anpassen!». Er zeigt, welche Tierarten sich wie verhalten, zu welcher Tageszeit die grösste Gefahr herrscht und was nach einer Kollision zu tun ist.

Akustische Wildwarner haben sich bewährt

Die 6’000 akustischen Wildwarngeräte im Kanton Zürich haben im ersten Betriebsjahr zu 98% einwandfrei funktioniert, einige Ausfälle gab es durch landwirtschaftlichen Betrieb und Vandalenakte. Die Wildwarner werden entlang von Strassen mit Wildwechsel angebracht. Trifft bei Dämmerung oder nachts das Scheinwerferlicht eines vorbeifahrenden Autos auf ein solches Gerät, wird ein Pfeifton ausgelöst. Der Wildwechsel in gefahrlosen Momenten ist weiterhin gewährleistet. Die im Pilotprojekt eingesetzten Geräte werden komplett in der Schweiz produziert. Aufgrund des erfolgreichen Pilotprojekts prüfen die Partner derzeit eine Ausdehnung des Projekts auf weitere Gebiete und Kantone.

In der Schweiz werden pro Jahr über 20’000 Unfälle mit grossem und mittelgrossem Wild registriert. Neben Personenschäden und zehntausenden überfahrenen Tieren verursachen Kollisionen mit Wild hohe Sachschäden und einen grossen Arbeitsaufwand für Polizei, Jäger und Wildhüter. Versicherungswirtschaft, Behörden, Jäger und Tierschutz haben ein grosses Interesse, die Zahl der Unfälle mit Wildtieren zu senken und damit die Verkehrssicherheit auf Schweizer Strassen zu erhöhen. Wie die ersten wissenschaftlichen Ergebnisse zeigen, kann durch den Einsatz von akustischen Wildwarnern in Kombination mit verstärkter Informationsarbeit dieses Ziel erreicht werden.

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