
Regierungsrat Markus Dürr, Präsident der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren
Die Zahl der arbeitsunfähigen Personen in der Schweiz ist stark gestiegen. Die damit verbundenen Kosten und Probleme betreffen nicht nur die staatlichen und privaten Versicherungen, sondern haben Auswirkungen auf die ganze Gesellschaft. Vertreter der wichtigsten Interessengruppen haben darum heute in Aarau die Problematik der «Invalidisierung» aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und über Lösungen diskutiert.
Aarau, 30. November 2006 – Die zunehmende Invalidisierung ist ein gesellschaftliches Problem und muss auch von der Gesellschaft gelöst werden. Die heutige nationale Tagung des Schweizerischen Versicherungsverbandes SVV hat eine Plattform geboten, die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Anspruchsgruppen zu stärken und Instrumente vorzustellen, welche dazu beitragen sollen, die IV wieder in finanziell nachhaltige Bahnen zu lenken. Mehr als 200 Teilnehmende haben im Kultur & Kongresshaus in Aarau in einem interdisziplinären Dialog über die Herausforderungen diskutiert, die durch die stark gestiegenen IV-Fälle gestellt werden.
Auf der Suche nach Lösungen wurden Projekte vorgestellt, die verhindern sollen, dass eine Person zum IV-Fall wird, und Massnahmen, welche die Wiedereingliederung Betroffener in die Arbeitswelt fördern. So zeigten Privatversicherer und Vertreter von staatlichen Versicherungen auf, wie sie im Rahmen der eingliederungsorientierten «Interinstitutionellen Zusammenarbeit iiz+» ihre Kooperation und Koordination verbessern können. Als präventiven Beitrag präsentierte die Arbeitgeberseite das Absenzmanagement in Unternehmen. Privatversicherer sprachen über professionelles Case Management, das als ganzheitliche Fallsteuerung die Arbeitsunfähigkeiten verkürzt und zu einer schnellen Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess führt.
Immer häufiger treten Invaliditätsfälle auf Grund von nichtobjektivierbaren Krankheitsbildern auf. Die hochkarätigen Referentinnen und Referenten aus Medizin, Psychologie, Rechtswissenschaften und Privatassekuranz sowie Vertreter von staatlichen Versicherungen und der Arbeitgeberschaft haben aus ihrer jeweiligen Sicht verschiedene Aspekte von nichtmessbaren Leiden aufgezeigt. Dabei standen die Distorsion der Halswirbelsäule (Schleudertrauma) im Mittelpunkt sowie Invalidität als Folge psychischer Beeinträchtigungen. Die Teilnehmenden gingen unter anderem auch Fragen des Gutachterwesens und des rechtlichen Umganges bei nicht messbaren Gesundheitsbeeinträchtigungen nach.