Ertragseinbruch in der Privatassekuranz – Zunahme der Prämien 2001

Die Schweizer Privatversicherer vermochten ihre Prämieneinnahmen im Jahr 2001 zu steigern. Im direkten Schweizergeschäft Leben wurde gemäss Schätzungen des Schweizerischen Versicherungsverbandes SVV ein Wachstum von 4% auf 32,8 Mrd. Franken erzielt, wobei die Zunahme schwergewichtig auf das Kollektivgeschäft (berufliche Vorsorge) entfällt.

Zürich, 23. Januar 2002 – Im direkten Schweizergeschäft Nichtleben stiegen die Prämien um 3% auf 16,3 Mrd. Franken, zum Teil als Folge von Tarifanpassungen im Zusammenhang mit höheren Schadenquoten. Zusammen mit den Prämien für Rückversicherungen flossen der privaten Versicherungswirtschaft im Schweizergeschäft 2001 erstmals mehr als 50 Mrd. Franken Beitragseinnahmen zu.

Auch im Ausland (Niederlassungen und Tochtergesellschaften) setzte sich die Expansion der Schweizer Privatassekuranz fort. Nach den Ausführungen von SVV-Präsident Hansjörg Frei (Winterthur) an der Medienkonferenz vom 23. Januar 2002 in Zürich nahmen die schweizerischen Versicherungsgesellschaften im EU-Raum 2001 Prämien von 67,9 Mrd. Franken ein. Im übrigen Ausland, das heisst insbesondere in Nordamerika und in einigen asiatischen Ländern, fielen Prämien von 50,3 Mrd. Franken an. Weltweit erzielte die Schweizer Privatassekuranz im abgelaufenen Jahr damit ein Prämienvolumen von 169,5 Mrd. Franken. Davon entfielen 70 Mrd. auf die Nichtlebensversicherung, 55,8 Mrd. auf die Lebensversicherung und 43,7 Mrd. auf die Rückversicherung.

Wenig erfreulich entwickelte sich die Ertragssituation 2001. Insgesamt musste die schweizerische Versicherungswirtschaft nach Aussagen ihres Verbandspräsidenten empfindliche Gewinneinbussen hinnehmen. Das anhaltende Abbröckeln der Zinsen auf Obligationen, die nach wie vor den Hauptanteil der Kapitalanlagen ausmachen, drückte auf die Finanzerträge. Die Abwärtsbewegung der Aktienmärkte schränkte die Möglichkeit, Kapitalgewinne zu realisieren, deutlich ein. Zudem machte die Kurserosion zum Teil hohe Abschreibungen nötig. Die Finanzergebnisse der Versicherungsgesellschaften, deren Bedeutung in den letzten Jahren sowohl im Leben- wie im Nichtlebenbereich markant zugenommen hatte, blieben klar unter den Erwartungen. Immerhin konnten – dies ein Lichtblick – in einigen Sparten der Nichtlebensversicherung die technischen Resultate verbessert werden.

An der Medienkonferenz des SVV standen weitere aktuelle Fragen zur Diskussion. Rudolf Kellenberger (Swiss Re) befasste sich mit den Auswirkungen des 11. Septembers auf die Versicherungswirtschaft. Roland Chlapowski (Rentenanstalt / Swiss Life) ging auf kontroverse Punkte im Zusammenhang mit der 1. BVG-Revision ein.

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