Besserer Versicherungsschutz bei Naturkatastrophen

Mit dem Klimawandel steigen die Schäden bei Naturkatastrophen. Der Bundesrat hat heute darauf reagiert und die Leistungen der Versicherer für eine Naturkatastrophe von 500 Millionen auf 2 Milliarden Franken erhöht. Damit verfügt die Schweiz weiterhin über einen vorbildlichen Versicherungsschutz.

Zürich, 18. Oktober 2006 – Bei einer Naturkatastrophe bezahlen die privaten Versicherer künftig bis zu 2 Milliarden Franken. Dies entspricht einer Vervierfachung der heute gesetzlich vorgesehenen Leistungen. Der Bundesrat hat einen entsprechenden Beschluss gefasst und die betreffende Verordnung geändert. Damit ist sichergestellt, dass die Schweizer Bevölkerung und die Wirtschaft auch bei einem Jahrhundertereignis sehr gut versichert bleiben und nicht mit Leistungskürzungen rechnen müssen.

Aufgrund des Klimawandels rechnet die Versicherungswirtschaft künftig mit weiter ansteigenden Schäden bei Naturkatastrophen. Bisheriger Höhepunkt bilden die Unwetter vom August 2005, die in verschiedenen Regionen der Schweiz starke Verwüstungen hinterlassen haben. Die privaten Versicherer haben Schäden in der Höhe von 1.3 Milliarden Franken bezahlt. Alleine der Schaden an Hausrat und Geschäftsinventar belief sich auf 700 Millionen Franken. Gesetzlich hätten sie lediglich 250 Millionen Franken übernehmen müssen.

Schäden können mit einfachen Massnahmen verhindert werden

Mit der Anhebung der Leistungshöhe hat der Bundesrat neue Selbstbehalte für Gebäude und Gebäudeinhalt (Hausrat, Geschäftsinventar) festgelegt. Künftig beteiligen sich die Versicherten bei Überschwemmungen und anderen Elementarereignissen stärker am Schaden. Für die Versicherten steigt damit der Anreiz, Präventionsmassnahmen zu ergreifen.

Stellen die höheren Selbstbehalte für das Gewerbe nicht ein finanzielles Risiko dar? Dazu Albert Lauper, Präsident des Schweizerischen Versicherungsverbandes SVV: «Unser Versicherungssystem gegen Naturgefahren beruht auf einer landesweiten Solidarität und gehört international zu den besten. Diese Solidarität darf nicht mit hohen Prämien überstrapaziert werden. Höhere Selbstbehalte ermöglichen tiefere Prämien und fördern den Präventionsgedanken. Wenn sie aber für das Gewerbe ein Problem darstellen, so bin ich überzeugt, dass der Markt passende Lösungen bereitstellen wird – zum Beispiel mit einer individuellen Versicherung der Selbstbehalte.»

Im Faltblatt «Wenn das Wasser kommt» (http://www.svv.ch/wasser) hat der SVV Tipps zur Prävention von Schäden zusammengestellt.

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