Bedeutende Rolle des Versicherungssektors als Arbeitgeber

Die Versicherungsindustrie ist ein wichtiger Pfeiler unserer Volkswirtschaft. Nicht nur die erfolgreichen Abschlüsse der Schweizer Privatversicherer für das letzte Jahr sprechen dafür, sondern auch ihre Rolle als Arbeitgeber. Das zeigt ein aktueller Überblick über die Personalsituation in der Privatassekuranz.

Zürich, 21. März 2007 – Der schweizerische Versicherungssektor beschäftigte per 1. Januar 2007 insgesamt 47'184 Personen. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Zuwachs von 3,5%. Dieser relativ hohe Anstieg widerspiegelt die gute Konjunkturlage. Tatsächlich können die Privatversicherer auf ein positives Jahr 2006 zurückblicken und erfolgreiche Bilanzen präsentieren. Der breite Aufwärtstrend geht auf freundlich gestimmte Finanzmärkte sowie auf ein Ausbleiben von grossen Schadenereignissen zurück. Dazu beigetragen hat auch die hohe Produktivität der Versicherungsmitarbeitenden. In dieser Hinsicht figurieren laut einem Bericht der UBS die schweizerischen Versicherungen im Branchenvergleich an erster Stelle mit einer durchschnittlichen Wertschöpfung von 375'000 CHF pro erwerbstätiger Person.

Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt eine stetige Zunahme des Anteils der im Versicherungssektor beschäftigten Frauen. Dieser beträgt heute 42,0%. Die häufig angebotene Möglichkeit Teilzeit zu arbeiten, macht Versicherungen für Frauen zu besonders attraktiven Arbeitgebern. Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass am Stichtag 37,5% der Frauen teilzeitbeschäftigt waren gegenüber 6,5% der Männer.

Die wachsende Anzahl von Frauen in der Privatassekuranz wirkt sich auch auf ihre Karrieremöglichkeiten aus: Der Frauenanteil im Kader verzeichnet von 2006 auf 2007 eine leicht steigende Tendenz von 23,4% auf 24,8%. Im Direktionsrang ist dieser Anteil von 9,2% auf 10,3% gestiegen bei einem Total von 2'599 Direktionsmitgliedern. Der Versicherungsverkauf hingegen bleibt weitgehend eine Männerdomäne: Hier beträgt der Frauenanteil 7,9 % von total 7'933 Versicherungs-Aussendienstmitarbeitenden.

Das äusserst positive Bild, welches die Statistiken von der Privatassekuranz als Arbeitgeber wiedergeben, wird durch die Situation der Auszubildenden leicht getrübt. Die Gesamtheit der Auszubildenden, die in den Jahren 1999 bis 2002 regelmässig gestiegen war, bildet sich seit 2003 wieder zurück. Anfang 2007 waren es gegenüber dem Vorjahr wiederum 4% weniger Auszubildende. Dieser Rückgang ist unter anderem auf strukturelle und organisatorische Anpassungen in den Versicherungsgesellschaften zurück zu führen sowie auf die Neuordnung der kaufmännischen Grundausbildung, welche einen Einfluss auf die Zahl der Ausbildungsplätze hat. Mit Sicht auf die Bedeutung der kaufmännischen Grundausbildung für den Erhalt und den Ausbau der Versicherungswirtschaft ist die Branche bestrebt, diesen rückläufigen Trend zu brechen. Dafür hat die Privatassekuranz verschiedene Massnahmen ergriffen: Insbesondere wird durch die Modernisierung des eidgenössischen Fachausweises und durch die Gründung der Höheren Fachschule Versicherung HFV die Attraktivität der Ausbildung entscheidend erhöht.

Die Versicherungsgesellschaften bieten nicht nur in der Schweiz eine grosse Anzahl von interessanten, anspruchsvollen und zukunftsträchtigen Arbeitsplätzen. Ihre hohe internationale Ausrichtung spiegelt sich ebenfalls in der Personalstatistik wider: Den 47'184 Beschäftigten in der Schweiz stehen am Stichtag rund 78'000 Personen gegenüber, die in ausländischen Niederlassungen und Tochtergesellschaften von schweizerischen Versicherungsunternehmungen arbeiten. Die Zahl der im Ausland beschäftigten Personen ging im Vergleich zum Vorjahr um 13,3% zurück. Die hohe Fluktuation dieser Zahl über die letzten Jahre ist jedoch weniger auf grosse Anstellungs- und Entlassungswellen zurückzuführen als vielmehr auf Zu- und Verkäufe von Tochterunternehmungen.

Die Personalstatistik bildet die Versicherungsindustrie als eine personalintensive Branche in einem internationalen Umfeld ab. Diese bietet ihren Mitarbeitenden überdurchschnittlich gute sowie fortschrittliche Arbeitsbedingungen und passt ihre Personalpolitik den an sie gestellten Bedürfnissen an. Das schlägt sich nicht zuletzt auch in der Entlöhnung nieder: Wie das Bundesamt für Statistik in seinem Bericht über die Lohnentwicklung festhält, verzeichnet das Versicherungsgewerbe im Branchenvergleich die stärkste Entwicklung der Löhne während der letzten Jahre.

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