Unfall im Sommer mit Winterreifen – was sind die Konsequenzen?

An meinem Auto sind noch die Winterpneus montiert, da ich diese während der Sommermonate ausfahren möchte. Ein Freund sagte mir, die Versicherung würde mir bei einem Unfall einen Teil des Schadens anlasten. Stimmt das?

Verboten ist in der Schweiz das Fahren mit Winterreifen im Sommer nicht, jedoch ist der allgemeinen Sicherheit wegen dringend davon abzuraten. Diverse Tests zeigen auf, dass Winterreifen bei höheren Temperaturen sowohl bei nasser als auch bei trockener Fahrbahn einen markant längeren Bremsweg als Sommerreifen haben. Winterreifen sind aufgrund ihrer Beschaffenheit und Gummimischung grundsätzlich nicht für sommerliche Temperaturen geeignet. Insbesondere Bodenhaftung und Fahrstabilität sind reduziert, was sich fatal auswirken kann. Der Fahrer muss sein Fahrzeug aber in jeder Situation beherrschen können und der Halter ist gesetzlich verpflichtet, das Auto betriebs- und verkehrssicher auszurüsten.

Falsche Sparsamkeit kann teuer zu stehen kommen

Sorglosigkeit oder falsch verstandene Sparsamkeit lohnen sich nicht, da je nach Hergang des Unfalles und Fahrzeugzustand dem Fahrer allenfalls ein unfallrelevantes Verschulden angelastet werden kann. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn eine ungeeignete Fahrzeugausrüstung – in diesem Fall die unzureichende Bereifung – beim Unfall eine Rolle spielt. Der Versicherer kann nach Prüfung des konkreten Schadenfalles, also je nach Situation und Schwere des Fehlverhaltens des Fahrzeugführers die Schadenübernahme ganz oder teilweise ablehnen oder zurückfordern. Das Fahren mit abgenutzten Winterpneus im Sommer kann den Autofahrer daher teuer zu stehen kommen.

Letzte Aktualisierung am 09. August 2017