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Erich Walser Präsident des Schweizerischen Versicherungsverbandes Medienkonferenz, 22. Januar 2008 Hotel Savoy Baur en Ville, Zürich
Es gilt das gesprochene Wort
Sehr geehrte Damen und Herren
Im Namen des Schweizerischen Versicherungsverbandes begrüsse ich Sie herzlich zu unserer Jahresmedienkonferenz 2008.
Das vergangene Jahr war insgesamt wiederum ein gutes Jahr für die Schweizer Versicherungswirtschaft. Es war im Wesentlichen geprägt durch
• ein moderates Wachstum in der Schadenversicherung
• eine Trendwende zum Wachstum in der Lebensversicherung
• deutlich geringere Unwetterschäden als im Rekordjahr 2005
• gute Ergebnisse aus dem operativen Geschäft
• Turbulenzen an den Aktienmärkten
• attraktive Prämien für Versicherungskundinnen und -kunden
Trotz der Unwetterschäden im Juni und im August konnten die meisten Versicherer im Jahr 2007 wiederum gute technische Ergebnisse erzielen, was die weiterhin gute operative Verfassung der Privatversicherer bestätigt.
Nachfolgend werde ich einen summarischen Rückblick auf das Geschäftsjahr 2007 vornehmen und einen Ausblick auf die kommenden Monate wagen. Anschliessend wird Ihnen Adrian Gröbli die Anliegen der Versicherungswirtschaft im Hinblick auf die kommende Debatte im Nationalrat zur Senkung des BVG-Mindestumwandlungssatzes darlegen. Adrian Gröbli ist seit 1. Oktober 2007 Leiter Personenversicherung und Mitglied der Geschäftsleitung des SVV.
Und schliesslich wird Direktor Lucius Dürr die wichtigsten Ergebnisse der repräsentativen Bevölkerungsumfrage «Die Schweizer Privatassekuranz 2007 – Meinungen der schweizerischen Bevölkerung» zusammenfassen. Es ist heute das erste Mal, dass wir die Ergebnisse dieser zweijährlichen Studie der Öffentlichkeit vorstellen.
Alle Manuskripte und Foliensätze finden Sie vollständig in Ihren Unterlagen. Für Fragen stehen wir Ihnen im Anschluss an die Referate gerne zur Verfügung.
Moderates Wachstum in der Schadenversicherung
Das Schadenversicherungsgeschäft in der Schweiz hat sich im vergangenen Jahr wiederum positiv entwickelt – allerdings mit etwas geringeren Wachstumsraten als im Vorjahr.
Schadenversicherungsgeschäft insgesamt (+1,2%): Für das ganze Jahr über alle Gesellschaf-ten und Sparten – allerdings ohne das Unfall- und Krankenversicherungsgeschäft der Krankenkassen – rechnen wir mit einem Wachstum des Prämienvolumens von etwa 1,2%. Im Vorjahr wuchs der gesamte Schadenversicherungsmarkt noch um 2,3%. Das gegenüber dem Vorjahr gebremste Wachstum ist unseres Erachtens auch ein Ergebnis des verschärften Wettbewerbs unter den Versicherungsgesellschaften. Um die ambitiösen Wachstumsziele zu erreichen, setzten einige Versicherungsgesellschaften Prämienrabatte ein. Zahlreiche Konsumentinnen und Konsumenten konnten daher im vergangenen Jahr von tieferen Prämien profitieren.
Ein Blick auf die verschiedenen Sparten der Schadenversicherung offenbart erhebliche Unterschiede der Prämienentwicklungen.
Motorfahrzeugversicherung (+1,5%): Wie schon in den beiden Jahren davor entwickelte sich die Motorfahrzeugversicherung erfreulich. Sowohl in der Motorfahrzeug-Haftpflichtversiche-rung als auch in der Motorfahrzeug-Kaskoversicherung schätzen wir das Wachstum 2007 auf rund 1,5%. Im Jahr 2006 resultierte noch eine Wachstum von 2,8% in der Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung und 2,1% in der Motorfahrzeug-Kaskoversicherung. Diese Entwicklung ist nicht überraschend. Schon vor einem Jahr hatten wir auf die zunehmenden Prämienrabatte hingewiesen und prognostiziert, dass der Markt aufgrund der ambitiösen Wachstumsziele der grossen Autoversicherer unter Druck geraten werde. Dass der Gesamtmarkt dennoch wuchs, führen wir auf den anhaltenden Trend zu grösseren und stärkeren Autos sowie auf die Zunahme der zugelassenen Fahrzeuge zurück.
Feuer-, Elementarschaden- & übrige Sachversicherungen (+0,9%): Der Rückgang des Prämienvolumens in der Feuerversicherung um 0,2% fiel 2007 moderater aus als im Jahr 2006, als der Rückgang noch rund 1,6% betrug. In der Elementarschadenversicherung hingegen rechnen wir mit einem Wachstum von 5,8% im Jahr 2007 gegenüber einem Wachstum von 4,0% im Jahr 2006. Dies dürfte einerseits auf die leichte Prämienerhöhung in der Elementarschadenversicherung per 1. Januar 2007 und auf die weitere Zunahme der versicherten Werte zurückzuführen sein. In der Sparte übrige Sachversicherungen dürfte ein Wachstum von rund 1% resultieren, was ebenfalls mit der Zunahme der versicherten Werte zusammenhängt.
Unfallversicherung (+0,9%): In der Unfallversicherung rechnen wir für das Jahr 2007 mit einem Wachstum von 0,9%. Unsere Basis für die Hochrechnungen liegt bei rund 70% des Gesamtmarktes und hier kann es – auch aufgrund der Entwicklungen der Lohnsummen – für den Gesamtmarkt durchaus Abweichungen von über einem Prozentpunkt geben.
Krankenversicherung (0%): Im Bereich der Krankenversicherung – also bei der freiwilligen Einzel-Krankenzusatzversicherung und der Krankentaggeldversicherung – rechnen wir mit einem stabilen Gesamtmarkt. Bitte beachten Sie, dass wir die obligatorische Einzelkrankenversicherung nach KVG in unseren Hochrechnungen grundsätzlich nicht berücksichtigen.
Trendwende in der Lebensversicherung
Unsere Hochrechnungen für das Jahr 2007 zeigen eine erfreuliche Trendwende hin zum Wachstum im Schweizer Lebensversicherungsmarkt – dies nach dem Rückgang des Prämienvolumens im Lebensversicherungsgeschäft in den Jahren 2003 bis 2006. Sowohl für das Einzelleben- wie auch für das Kollektivleben-Geschäft sagen wir ein Wachstum voraus. Das Einzelleben-Geschäft nahm etwas stärker zu als das Kollektivleben-Geschäft. Am kräftigsten wuchs das Geschäft mit den anteilsgebundenen Einzellebensversicherungen, wobei das Prämienvolumen dieser sogenannten «Fondspolicen» am gesamten Prämienvolumen in der Einzellebensversicherung heute erst rund 28% ausmacht. Bitte beachten Sie, dass die nachfolgenden Schätzungen aggregierte Zahlen sind und von Versicherer zu Versicherer grosse Abweichungen auftreten können.
Lebensversicherungen insgesamt (+1,5%): Nach dem kontinuierlichen Rückgang in den vergangenen drei Jahren hatten wir vor einem Jahr eine Stabilisierung des Gesamtmarktes prognostiziert. Heute gehen wir sogar von einem Wachstum des Lebensversicherungsgeschäfts – also Einzelleben und Kollektivleben zusammen – von rund 1,5% aus.
Einzelleben-Geschäft (+1,6%): Das Prämienvolumen im Schweizer Einzelleben-Geschäft dürfte im vergangenen Jahr um rund 1,6% gewachsen sein. Die Einzel-Kapitalversicherungen verzeichnen allerdings einen Rückgang – sowohl bei den wiederkehrenden Prämien als auch bei den Einmalprämien. Allerdings hat sich der Rückgang gegenüber dem Vorjahr (-6,0%) deutlich abgeschwächt und dürfte 2007 rund 1,6% betragen. In der Einzel-Kapitalversicherung mit Einmaleinlagen ist das Prämienvolumen um 5,2% geschrumpft. «Schon wieder geschrumpft», müsste man ergänzen. Seit 1999 leidet dieses Geschäft an einem Prämienrückgang. Wir kommen nicht umhin, einmal mehr auf die unsinnige Einführung der Stempelsteuer im Jahr 1998 hinzuweisen. In Zeiten tiefer Zinsen ist diese Art der individuellen Altersvorsorge mit einer Stempelsteuer von 2,5% kaum interessant. Konsumentinnen und Konsumenten, die sich ihre Altersvorsorge nicht vom Staat schmälern lassen wollen, weichen auf andere Produkte aus, zum Beispiel auf fondsgebundene Lebensversicherungen.
Der Trend von der traditionellen Kapitalversicherung hin zur fondsgebundenen Lebensversicherung hält an. Die mittlerweile recht breite Palette von Produkten dieser Sparte kommt der individuellen Risikobereitschaft und -fähigkeit der Kunden entgegen. Bei der fondsgebundenen Einzel-Lebensversicherung mit Einmalprämien rechnen wir mit einem Wachstum von rund 12,9% während wir bei den fondsgebundenen Produkten mit periodischen Prämien von einem Wachstum von rund 9,1% ausgehen. Das fondsgebundene Geschäft war auch 2007 der eigentliche Wachstumsmotor in der Einzellebensversicherung.
Die Einzel-Rentenversicherungen mit periodischen Prämien haben nach unseren Hochrechnungen um 2,0% abgenommen, während diejenigen mit Einmaleinlagen um rund 4,5% zugenommen haben. Wir konstatieren also die Umkehrung der Entwicklungen vom Vorjahr. Für das ganze Segment der Einzel-Rentenversicherung, das im Vorjahr noch um 7,5% geschrumpft war, prognostizieren wir für 2007 ein Wachstum von 3,5%.
Kollektivleben-Geschäft (+1,5%): In den vergangenen Jahren verzeichneten wir jeweils einen Rückgang des Prämienvolumens in dieser Sparte. Aber schon 2006 schwächte sich der Rückgang deutlich ab. Dies, weil einzelne Mitgliedgesellschaften das Überführen ihres Portefeuilles oder Teile davon in halbautonome Sammelstiftungen abgeschlossen haben. Für das Jahr 2007 stellen wir eine Trendwende fest: Das Kollektivleben-Geschäft dürfte insgesamt um 1,5% gewachsen sein. Als wichtigste Elemente dieser Entwicklungen sehen wir eine weitere Zunahme der Erwerbsbevölkerung in der Schweiz und die allgemeine Lohnentwicklung.
Rund 70% des Prämienvolumens der Lebensversicherer entfallen auf die Kollektivlebensversicherung. Die Entwicklungen dieses Geschäftszweiges prägen also massgeblich das Gesamtgeschäft der Lebensversicherer. Aufgrund der unterschiedlichen strategischen Ausrichtungen und der individuellen Zusammensetzungen der Portefeuilles können im Bereich der Kollektivleben-Versicherung erhebliche Unterschiede zwischen den Prämienentwicklungen einzelner Gesellschaften auftreten.
Schwere Unwetterschäden im Sommer
Obwohl die Kosten der Unwetterschäden 2007 deutlich unter dem Rekordjahr 2005 liegen, so war das Jahr 2007 dennoch ein überdurchschnittlich schadenreiches Jahr. Die Unwetterschäden vom Juni schlugen in den Rechnungen der Privatversicherer mit rund 190 Millionen Franken zu Buche. Im Zuge dieser Unwetter hatten sie gegen 20 000 Schadenmeldungen aus verschiedenen Regionen der Schweiz zu bewältigen. Stark betroffen waren die Region Einsiedeln im Kanton Schwyz und die Region Huttwil im Kanton Bern, die gleich zwei Mal von starken Unwettern mit schweren Verwüstungen heimgesucht wurde. Die Unwetter von Anfang August verursachten bei den Privatversicherern nochmals Kosten von rund 150 Millionen Franken.
Zusammenfassend blicken wir dennoch auf ein insgesamt erfreuliches Jahr zurück. Aufgrund der guten Verfassung der Versicherungsgesellschaften erwarten wir trotz eines zunehmend schärferen Wettbewerbs unter den Anbietern und trotz der überdurchschnittlichen Schadenbelastung ein insgesamt gutes bis sehr gutes Geschäftsjahr 2007.
Ausblick 2008
Was bringt das Jahr 2008 der Schweizer Versicherungswirtschaft? Unsere Branche kann die kommenden Herausforderungen gestärkt und mit Selbstvertrauen angehen. Folgende Schwerpunkte werden den Verband und seine Mitglieder in den kommenden Monaten beschäftigen.
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Vision 2015 – Masterplan Finanzplatz Schweiz: Der Schweizerische Versicherungsverband, die Schweizerische Bankiervereinigung, die Swiss Funds Association und die Finanzplatz-Infrastruktur (1) haben als wichtigste Vertreter des Finanzplatzes Schweiz erstmals eine gemeinsame Zukunftsstrategie erarbeitet und Mitte September 2007 der Öffentlichkeit vorgestellt. Auf der Basis der heute starken Position verfolgt der Finanzplatz das Ziel, im internationalen Geschäft global unter die Top 3 vorzustossen. Mit dem anvisierten Wachstum würden – bei einer erfolgreichen Umsetzung der Finanzplatzstrategie und je nach wirtschaftlicher Entwicklung – zwischen 40 000 und 80 000 neue Arbeitsplätze geschaffen sowie zwischen 11 und 17 Milliarden Franken zusätzliche neue Steuereinnahmen generiert. Im Masterplan wurden in erster Linie die branchenübergreifenden Massnahmen aufgeführt. Inzwischen haben wir auch mit den wichtigsten politischen Anspruchsgruppen erste Gespräche geführt und dürfen diese als ermutigend bezeichnen. In diesem Jahr geht es nun darum, den Teilmasterplan für die Versicherungswirtschaft mit detaillierten Massnahmen fertigzustellen, diesen der Öffentlichkeit vorzustellen und mit der Umsetzung der wichtigsten Massnahmen zu beginnen.
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Integrierte Finanzmarktaufsicht: Der Schweizerische Versicherungsverband setzt sich für einen gut funktionierenden Finanzplatz Schweiz ein. Dazu gehört eine starke Aufsicht. Die neue Finanzmarktaufsicht wird einen wichtigen Beitrag zur weiteren Vertrauensbildung in die Versicherungswirtschaft leisten. Eine gemeinsame aufsichtsrechtliche Behörde macht Sinn, weil es bei Banken und Versicherungen gleich gelagerte oder ähnliche finanztechnische Fragestellungen gibt. Der gegenseitige Wissensaustausch und ein konstruktives Zusammenwirken werden einen zusätzlichen Nutzen bringen. Das alles ist positiv. Geschäftsmodell, Vertriebsstruktur, Reservierungspraxis, Versicherungsmathematik und vieles mehr sind spezifische Merkmale der Versicherung. Dort, wo sich die Geschäftsmodelle der Banken und Versicherungen unterscheiden, ist es zentral, dass diesen Eigenheiten bei der Gestaltung der neuen Aufsicht Rechnung getragen wird. Dies macht es erforderlich, dass auch in einer integrierten Aufsichtsbehörde Fachspezialisten im Einsatz sind. Es muss sichergestellt werden, dass die Aufsicht effizient und professionell ausgeübt, das heisst auf die Besonderheiten der Branche ausgerichtet wird. Inzwischen wurde der Verwaltungsrat bestimmt und wir freuen uns, dass das Versicherungsfachwissen angemessen vertreten ist. Auch bei der Zusammensetzung der Geschäftsleitung muss nun gewährleistet werden, dass dies der Fall sein wird. Das macht Sinn und muss deshalb auch in einer fachorientierten Struktur abgebildet werden. Denn die neue Aufsichtsbehörde und die Versicherer haben schliesslich das gleiche Ziel: Es geht um den Schutz der Versicherungsnehmer und um das Vertrauen in das Produkt Versicherung.
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Berufliche Vorsorge: Zu einem eigentlichen Dauerbrenner im Spektrum der Verbandsschwerpunkte ist die berufliche Vorsorge geworden. In diesem Jahr stehen für uns gleich drei Aspekte im Vordergrund: der Mindestumwandlungssatz, die Legal Quote und die Erhaltung des – gerade bei KMUs sehr geschätzten – Vollversicherungsmodells. Aus Zeitgründen beschränken wir uns heute auf den Umwandlungssatz, der uns in den kommenden Wochen beschäftigen wird. In seiner Botschaft vom November 2006 schlug der Bundesrat vor, den BVG-Mindestumwandlungssatz ab 1. Januar 2008 schrittweise bis 1. Januar 2011 auf 6,4 Prozent zu senken. Der Ständerat hat die Vorlage in der Sommersession 2007 abgelehnt. Die SGK-N wird sich nun in den kommenden Wochen mit der Vorlage befassen. Jetzt muss die Politik handeln: Die zunehmende Lebenserwartung und die seit Jahren rückläufigen Zinsen erfordern eine rasche Senkung des Umwandlungssatzes. Ein zu hoher Umwandlungssatz führt zu einer ungerechten Umverteilung von den Erwerbstätigen zu den Rentnern. Mehr dazu später von Adrian Gröbli.
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Unfallversicherungsgesetz: Im April 2006 hat der Bundesrat die Teilrevision des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) beschlossen. Ende November 2006 erteilte er dem EDI den Auftrag, eine Vernehmlassung durchzuführen. Diverse der vorgeschlagenen Änderungen sind nicht im Sinne der Privatversicherer, insbesondere die Ausweitung des Tätigkeitsbereichs (2) der Suva und die Ausweitung ihres Zuständigkeitsbereiches (3). Der SVV hat eine detaillierte Vernehmlassungsantwort eingereicht und sich für eine Liberalisierung in der obligatorischen Unfallversicherung eingesetzt, da ein verstärkter Wettbewerb Innovation, Effizienz und Konkurrenzfähigkeit fördert. Die seit 1. Januar 2007 eingeführte Liberalisierung (4) erfordert die Schaffung der notwendigen Rahmenbedingungen (5) und weitere Massnahmen (6). Der SVV sieht in der Revision die Gelegenheit zu Korrekturen im Leistungsbereich, vor allem zum Abbau von Überversicherungen. Eine Erweiterung des Zuständigkeitsbereiches der Suva lehnt der SVV ab. Ebenso lehnt er eine Ausdehnung des Tätigkeitsbereiches der Suva strikte ab, da diese verfassungswidrig ist, die Wettbewerbsneutralität verletzt und gegen den Grundsatz der Gegenseitigkeit verstösst. Voraussichtlich im Frühjahr 2008 wird die Botschaft des Bundesrates erscheinen und wir werden versuchen, bei der Politik entsprechend Einfluss zu nehmen.
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Versicherungsvertragsgesetz: Das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) ist seit dem 1. Januar 1910 in Kraft – also seit bald 100 Jahren. In dieser Zeit hat sich die Versicherungswirtschaft stark gewandelt hat. Neue wirtschaftliche, gesellschaftliche und rechtliche Entwicklungen zeigen ihre Wirkungen. Zu denken ist hier etwa an die Internationalisierung des Versicherungsgeschäfts, an neue Vertriebsformen oder an ein gewandeltes Verständnis des Konsumentenschutzes. Es liegt deshalb auf der Hand, dass das VVG den veränderten Verhältnissen angepasst werden muss. Mit der Teilrevision des VVG auf den 1. Januar 2006 sind einige zentrale Konsumentenanliegen bereits verwirklicht worden. Parallel zur Teilrevision hat die im Jahr 2003 eingesetzte Eidg. Expertenkommission zur Totalrevision des VVG im August 2006 beim Eidg. Finanzdepartement (EFD) sowie beim Bundesamt für Privatversicherungen (BPV) den Vorentwurf zu einem neuen VVG eingereicht. Im September 2006 hat das EFD den Vorentwurf samt Bericht auf seiner Website veröffentlicht. Er ist damit seit September 2006 für die öffentliche Diskussion offen. Gleichzeitig hat das EFD das BPV beauftragt, gestützt auf den Vorentwurf bis Ende 2007 die Vernehmlassungsvorlage auszuarbeiten. Der SVV wird die Ausarbeitung des neuen VVG begleiten und die Anliegen der Privatassekuranz einbringen.
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Erdbebenversicherung: Erdbeben ist die Naturgefahr mit dem grössten Zerstörungspotential. Nur mit einem angemessenen Versicherungsschutz würden im Fall eines Erdbebens rasch die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen, um den nötigen Wiederaufbau in Angriff zu nehmen. Es bestehen jedoch gravierende Deckungslücken, weil die meisten Gebäude in der Schweiz nicht gegen Erdbebenschäden versichert sind. Die Erdbebenversicherung soll als weitere Deckung in die bestehende Elementarschadenversicherung eingefügt werden. Die flächendeckende Erdbebenversicherung ist ein gemeinsames Projekt des Schweizerischen Versicherungsverbandes und der Vereinigung kantonaler Feuerversicherer in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Privatversicherungen. Sie ist deutlich günstiger als die bisherige freiwillige individuelle Lösung. Zurzeit steht die Schaffung der dafür notwendigen gesetzlichen Grundlagen an. Für die Privatversicherer auf Stufe Bund und für die kantonalen Gebäudeversicherer auf kantonaler Ebene müssen jetzt jeweils die Gesetzgebungsprozesse in die Wege geleitet und durchgeführt werden. Diese und die damit verbundenen politischen Meinungsbildungsprozesse können Verzögerungen zur Folge haben und mehr Zeit in Anspruch nehmen als vorgesehen. Vor diesem Hintergrund ist der 1. Januar 2009 als Wunschtermin für die Einführung nicht mehr realistisch. Neuer Zieltermin ist der 1. Januar 2010.
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Unternehmenssteuerreform II: Am 24. Februar befindet das Schweizer Stimmvolk über die Unternehmenssteuerreform II. Die Versicherungswirtschaft steht hinter dieser massvollen Reform, die notwendig und dringend ist. Die KMU leiden heute unter zahlreichen Steuernachteilen. Unternehmensgewinne werden doppelt besteuert, was im internationalen Vergleich zu einer hohen Steuerbelastung führt. Die angestrebte Entlastung der Dividende ist daher sachlich gerechtfertigt und eine auf kantonaler Ebene erprobte und bewährte Massnahme. Zudem erschweren die heutigen Steuernormen Nachfolgeregelungen und die damit verbundenen Strukturanpassungen über Gebühr. Die Wegbesteuerung von Werten, die über Jahre erarbeitet wurden und die Altersvorsorge des Unternehmers darstellen, soll der Vergangenheit angehören. Es handelt sich um ein zentrales Anliegen, denn in den nächsten Jahren werden 50 000 KMU in andere Hände übergehen. Die rund 300 000 Klein- und Mittelbetriebe sind das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft. Sie bieten zwei Drittel der Arbeitsplätze an und bilden rund 150 000 Lehrlinge aus. Es ist an der Zeit, die wachstumshemmenden steuerlichen Hindernisse bei den KMU zu beseitigen. Die in letzter Zeit von einzelnen Wissenschaftlern geäusserte Kritik an der Reform teilt der SVV nicht. Er findet die Vorlage massvoll und gezielt auf die Anliegen der KMU ausgerichtet. Der SVV empfiehlt deshalb, ein JA an der Urne einzulegen.
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Gesundheitswesen: Im Juli 2004 hat die SVP eine Volksinitiative «Für tiefere Krankenkassenprämien» eingereicht, die mehr Transparenz und Wettbewerb im Gesundheitswesen verlangt. Mit der klaren Ablehnung der Volksinitiative für eine Einheitskrankenkasse im vergangenen März hat das Stimmvolk klar signalisiert, dass es nicht mehr Staat, sondern mehr Eigenverantwortung und Wettbewerb will. Die Initiative für tiefere Krankenkassenprämien wurde von beiden Parlamentskammern abgelehnt. In der Folge einigte man sich dann unter beiden Kammern auf einen direkten Gegenvorschlag, worauf die SVP den Rückzug der Volksinitiative beschlossen hat. Der Gegenvorschlag geht in Richtung der Initiative: Er verlangt mehr Wettbewerb und Transparenz und eine höhere Eigenverantwortung der Versicherten. Weiter dient der Gegenvorschlag als Grundlage für die Einführung der Vertragsfreiheit zwischen Krankenversicherer und Leistungserbringer. Zudem verlangt er die Einführung des monistischen Finanzierungssystems, bei welchem die Finanzierung im Gesundheitswesen nur noch über die Krankenversicherer abgewickelt wird. Der SVV unterstützt den Gegenvorschlag des Parlaments. Es geht uns insbesondere um die Verankerung des Wettbewerbsprinzips. Dies würde sinnvolle Rahmenbedingungen für weitere Reformschritte schaffen.
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Präventionskampagne «Kopfstützen schützen»: Gemäss einer Erhebung der Schweizerischen Beratungsstelle für Unfallverhütung sind 6 von 10 Autofahrerinnen und -fahrer mit falsch eingestellten Kopfstützen unterwegs. Sie setzen sich damit vor allem bei Auffahrunfällen einem unnötigen Gesundheitsrisiko aus. Mit einer auf drei Jahre angelegten Präventionskampagne werden Automobilistinnen und Automobilisten motiviert, Kopfstützen korrekt einzustellen, damit Kopf und Hals besser geschützt sind. Der SVV hat, zusammen mit dem Fonds für Verkehrssicherheit und der bfu im September die Kampagne «Kopfstützen schützen – Sicher unterwegs mit der richtigen Einstellung» lanciert. Ziel der dreijährigen Kampagne ist, dass die Mehrheit der Automobilisten die Schutzwirkung der Kopfstütze kennt und diese korrekt einstellt. Im Verlauf der bisherigen Kampagne wurden weit über zwei Millionen Informationsblätter verteilt. Der Flyer kann zudem auch auf der Website www.kopfstuetzen.ch heruntergeladen werden. Die Kampagne wird 2008 weiter geführt. So werden wir in diversen Beilagen von Automobil-Zeitschriften und am Automobilsalon in Genf (7) präsent sein.
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Internationale Entwicklungen: Der Prozess zur Umsetzung der integrierten Versicherungsaufsicht bzw. der Gang von der regel- zur risikobasierten Aufsicht in der Schweiz ist ein Kernthema des Verbandes und wird es auch in den kommenden Monaten bleiben. Dazu gehört auch die personelle und organisatorische Ausgestaltung der integrierten Finanzmarktaufsicht Finma. Parallel zu den Aktivitäten auf nationaler Ebene läuft die Entwicklung in der EU. Die Arbeiten zur Solvency-II-Direktive sind für die schweizerischen Versicherer von grosser Bedeutung und haben einen direkten Einfluss auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Mitgliedgesellschaften. Wir werden auch in diesem Jahr versuchen, auf die europäische Politik Einfluss zu nehmen mit dem Ziel der Anerkennung der Gleichwertigkeit der Schweizer Aufsicht gegenüber europäischen Versicherungsaufsichten sowie des Swiss-Solvency-Test gegenüber der Solvency-II-Direktive. Wir haben deshalb im Oktober unser Lobbying in Europa verstärkt, unter anderem mit der Anstellung einer EU- und Public-Affairs-Spezialistin.
Damit bin ich am Ende meiner Tour d’Horizon durch die vergangenen und die kommenden Monate der Schweiz Versicherungswirtschaft. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
(1) SWX Group, SIS Group und Telekurs Group (2) Nebentätigkeiten (3) Versicherte Betriebe (4) Aufhebung des Gemeinschaftstarifes (5) z.B. gesetzliche Verankerung einer Ereignislimite für Kriegs- und Katastrophenrisiken, gesetzliche Verankerung eines Fonds zur Sicherung der künftigen Renten (6) z.B. Aufhebung des Anhörungsverfahrens, Ersatz der Einsprachemöglichkeiten durch ein Kündigungsrecht, Tarife für sämtliche Risiken, keine Rabatte auf Nettoprämien, Verstärkung der Aufsicht (7) 6. – 16. März 2008

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