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Unwetter 2005 - ein Jahr danach
Albert Lauper, Präsident SVV

(Für Feindaten klicken Sie bitte auf das Bild.)
Albert Lauper
Präsident SVV
Medienkonferenz, 22. August 2006
Radisson SAS Hotel, Luzern



 Einführung Albert Lauper - 'Unwetter 2005 - ein Jahr danach'


Es gilt das gesprochene Wort



Sehr geehrte Damen und Herren

Ich begrüsse Sie herzlich zu unserer heutigen Medienkonferenz.

Es ist natürlich kein Zufall, dass wir in Luzern sind. In dieser Stadt und in vielen Luzerner Gemeinden herrschte vor einem Jahr der Ausnahmezustand. Um 0200 Uhr in der Nacht vom 21. auf den 22. August trat die «Kleine Emme» über die Ufer. Der Fluss mit dem harmlos anmutenden Namen zeigte, welch grosse zerstörerische Gewalt in ihm steckt. Über 1100 Menschen entlang des Flusses mussten evakuiert werden. Andere Flüsse und Bäche taten es der «Kleinen Emme» gleich, auch Murgänge und Hangmuren richteten grosse Schäden an. Besonders tragisch ist natürlich immer der Verlust von Menschenleben: In Entlebuch starben zwei Feuerwehrmänner in einer Schlammlawine. Die Unwetter vor einem Jahr sollten noch vier weitere Todesopfer fordern.

Sie erinnern sich vielleicht an die Bilder aus Luzern. See und Reuss eroberten sich Stück um Stück die Innenstadt Luzerns. Die Bewohner wateten oder ruderten in Gummibooten durch die Innenstadt und gestrandete Touristen staunten und knipsten. Gummistiefel waren ein Verkaufsrenner. Im Verkehrshaus standen Flugzeuge und Dampflokomotiven im Wasser. Nur langsam zog sich das Wasser wieder zurück.

Heute erkennt nur noch das geübte Auge, dass im Kanton Luzern und in vielen anderen Kantonen vor einem Jahr der Ausnahmezustand geherrscht hat. – Das ist gut so. Darauf kann die Schweiz stolz sein, auch wir Versicherer sind es. Meine Damen und Herren, es ist keine Selbstverständlichkeit, dass dieser Wiederaufbau in unserem Land so schnell an die Hand genommen und damit weiterer Schaden verhindert werden konnte. Dazu braucht es den Willen, möglichst rasch aufzuräumen und die vielen Spuren des Unglücks zu beseitigen. Dieser war zweifelsohne vorhanden. Zu einem raschen Wiederaufbau aber braucht es auch die notwendigen finanziellen Mittel. Hier spielen die Versicherer die entscheidende Rolle.

Unser Vizepräsident Erich Walser wird anschliessend an einen kurzen Film eine Bilanz der Unwetter aus Sicht der Versicherungswirtschaft präsentieren. Wir haben Rekord hohe Zahlungen an unsere Versicherten geleistet. Wir haben viel mehr bezahlt, als wir von Gesetzes wegen hätten bezahlen müssen. Unseren Kunden blieben damit gekürzte Versicherungsleistungen erspart.

Dieser Umstand ist ein wichtiger Grund, weshalb wir zur Medienkonferenz geladen haben. Wichtige Bestimmungen in der staatlich regulierten Elementarschadenversicherung sind seit längerem nicht mehr zeitgemäss. Die Unwetter vom vergangenen Jahr haben dies in aller Deutlichkeit aufgezeigt. Wir stehen mit Überzeugung hinter unserem System der flächendeckenden Versicherung gegen Naturgefahren. Sie hat der Schweiz schon oft beste Dienste erwiesen. Damit sie dies auch in Zukunft kann, müssen wir sie heute nachhaltig sichern und an das aktuelle und künftige äussere Bedrohungspotenzial anpassen. Bruno Spicher, Präsident der Kommission Sach des Versicherungsverbandes, wird Ihnen unsere Vorschläge präsentieren. Vorschläge sind es, weil der Bundesrat über die einzelnen Anpassungen in der Elementarschadenversicherung entscheiden wird.

Schaden vermeiden ist bekanntlich günstiger als Schaden beheben. Nach den schweren Zerstörungen sind denn auch von allen Seiten Präventionsmassnahmen gefordert worden. An vielen Orten sind bereits Massnahmen umgesetzt worden. Der gute Wille scheint vorhanden zu sein. Doch Prävention kostet erst einmal, bevor sie sich bezahlt macht, und die Massnahmen können auf vielerlei andere Widerstände stossen. Auch vergessen wir sehr schnell. Es gilt deshalb umso mehr, an vergangene Katastrophen zu erinnern und trotz knappen Budgets in die Schadenprävention zu investieren. Sie lohnt sich bestimmt, nicht dieses, nicht nächstes, aber vielleicht im übernächsten Jahr.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.